Freiburger Wahrzeichen

Stahl oder Holz: Der Streit um den Schlossbergturm

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Sa, 06. Juni 2015 um 12:24 Uhr

Freiburg

Der morsche Schlossbergturm soll zum reinen Stahlbau werden. So will es die Freiburger Stadtverwaltung. Architekt und Statiker widersprechen: Behandeltes Holz könne 40 bis 50 Jahre halten.

Die Stadtverwaltung hat entschieden: Der Schlossbergturm wird ein reiner Stahlbau. Auf Holz, bislang dessen besonderes Merkmal, wird künftig verzichtet, weil es angeblich zu schnell verrottet. Ob die Entscheidung Bestand hat, ist offen. Denn mit ihr verletzt das städtische Gebäudemanagement bewusst das Urheberrecht derjenigen, die den Turm entworfen haben – Architekt Hubert Horbach und Bauingenieur Max Scherberger in Freiburg.

Im Rathaus ist man überzeugt, damit vor Gericht durchzukommen, weil Stahlbau die wirtschaftlichere Lösung sei im Vergleich mit Holzbau. Dem widersprechen allerdings Architekt und Statiker: Ihr Sanierungsvorschlag komme die Stadt preiswerter, obwohl sie für den Turm auch weiter auf Holz setzen. Würden die neuen Stämme mit den richtigen konservierenden Methoden behandelt, halte das Holz 40 bis 50 Jahre.

Ist die Stadt auf die Stahlvariante fixiert?
Diese Argumente stehen in einem Brief, die beider Anwalt Ulrich Jeutter jetzt an Oberbürgermeister Dieter Salomon geschrieben hat und der an alle Mitglieder des Gemeinderats versandt wurde. Darin sagt Jeutter, das städtische Gebäudemanagement habe sich nach ersten Gesprächen mit Scherberger und Horbach im Mai 2014 auf die Stahlvariante "fixiert". Nie sei ein Konzept zur Holzkonstruktion vorgelegt worden.

In den Entscheidungsprozessen des Gemeinderats erhielten die beiden Turmkonstrukteure auch keine Chance, ihre Holzversion vorzustellen. Auf Nachfrage ...

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