Krankenhaus in Rheinfelden

Förderverein wünscht sich Reha-Pflegestation, Kurzzeitpflege und Hospiz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 22. Februar 2020 um 07:15 Uhr

Rheinfelden

Der Förderverein des Kreiskrankenhauses macht sich Gedanken über die Zukunft des Rheinfelder Standorts. Der Vorsitzende bringt einige Vorschläge ein – und hofft auf eine Diskussion.

Der Förderverein des Kreiskrankenhauses macht sich mit seinen 550 Mitgliedern seit längerem Gedanken darüber, was mit dem Kreiskrankenhaus in Rheinfelden wird nach der Eröffnung des Zentralklinikums in Lörrach 2025. Der Förderverein bleibt weiter aktiv und schaltet sich mit dem Vorsitzenden Hans Rudolf Henche auch in die laufende Diskussion über die schwierige ärztliche Versorgung mit Modellvorschlägen ein.

Henche war unter den Besuchern der öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung zur ärztlichen Versorgung in dieser Woche, in der fünf Referenten auf das Thema im Land, im Kreis und vor Ort eingingen. Dabei nahm der langjährige Chefarzt der Rheinfelder Orthopädie mit, dass die Situation aufgrund der demografischen Entwicklung und des Ärztemangels in den nächsten Jahren kritischer werden wird. Seiner Meinung nach wurde die Situation vor Ort von Ärztevertreter Matthias Forstmann "realistisch dargestellt" und deshalb auch von den Besuchern mit "herzlichem Beifall" bedacht, wie Henche mitteilt.

Thema nochmal diskutieren

Henche zieht daraus den Schluss, dass auch in Rheinfelden die Zukunft der ärztlichen Versorgung im Aufbau von Gesundheitszentren durch den Zusammenschluss mehrerer Allgemein- und Fachärzte zu erzielen sein wird und bezieht sich dabei auf die Darstellungen des Arztes Honeck aus Todtnau, der Gründer eines funktionierenden Zentrums ist.

Der Vorsitzende des Fördervereins bedauert, dass die Rolle des Rheinfelder Krankenhauses nach Eröffnung des Zentralklinikums bei der Veranstaltung "nur am Rande zur Sprache" gekommen sei. Er setzt deshalb darauf, dass dieses Thema in einer weiteren Veranstaltung noch diskutiert wird.

Beirat und Vorstand des Fördervereins Krankenhaus seien sich laut Henche darin einig, dass das "Krankenhaus gut geeignet ist, die auf Rheinfelden zukommenden Aufgaben zu erfüllen". Dabei bezieht der Vorsitzende sich darauf, dass das Zentralklinikum weniger Betten als die bestehenden vier Kliniken zusammen haben wird. Durch das Bezahlsystem der Fallpauschalen werden seiner Meinung nach Verwaltung und Ärzte somit gezwungen sein, Patienten "schnellstmöglich zu entlassen". Hier könnte laut Henche eine "kostengünstigere Reha-Pflegestation in Rheinfelden" wichtig werden. Genauso möglich erscheinen aber auch eine Kurzzeit-Pflegestation und ein Hospiz. Dieses könnte schon jetzt mit Genehmigung der GmbH eingerichtet werden, heißt es in seiner Stellungnahme.

Hilfe bei der Suche nach Investoren

Henche hält auch den Umbau des obersten Stockwerks in kleine Senioren- oder Mitarbeiterwohnungen für denkbar. Solche Angebote stellen seiner Ansicht nach keine Konkurrenz zur ärztlichen Versorgung durch das Zentralklinikum dar.

Für wünschenswert hält es der Fördervereinverantwortliche deshalb, dass in einer der nächsten Veranstaltungen der Stadt dieses Thema behandelt wird. Vorstand und Beirat des Fördervereins erklären sich bereit, mit Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, Landrätin Marion Dammann und dem Kliniken-Geschäftsführer Armin Müller zu sprechen, Vorschläge zu unterbreiten, und "bei der Suche nach möglichen Investoren und Mietern zu helfen".

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