Es läuft was in der Schule

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Mi, 24. April 2019

Steinen

Schulsozialarbeiter Funke und Häffner erläutern im Jugendausschuss Steinen ihre Arbeit.

STEINEN. Einen Überblick über die Schulsozialarbeit am Meret-Oppenheim-Schulzentrum gaben im Jugend- und Sozialausschuss Jan Funke und Lisa Häffner. Die Mitgestaltung des Schullebens in Richtung eines sozialen und aufmerksamem Miteinanders ist dabei ebenso wichtig wie die individuelle Betreuung einzelner Schüler und konkreter Probleme.

Präsenz im Schulalltag: Ob Schulkonferenzen, Elternabende oder -sprechtage, ob Schülercafé, Landschulheim oder Wintersporttage: Die beiden Schulsozialarbeiter (SSA) sind im Schulalltag selbstverständlich mit dabei. Idee: Allen Beteiligten möglichst niederschwellig und selbstverständlich als Ansprechpartner für Probleme und Anliegen zur Verfügung zu stehen und das soziale Miteinander zu fördern. Ein buchstäblich bewegendes Gemeinschaftsprojekt war der von den SSA organisierte UNICEF-Sponsorenlauf, bei dem 12 000 Euro zusammenkamen.

Arbeit mit Klassen: Zum Aufgabenfeld gehört auch die Arbeit mit Klassen und die Förderung der Gemeinschaften. Die Schulsozialarbeiter beginnen schon in der Grundschule damit, Impulse zu setzen und Themen auf jeweils altersgerechte Weise zu erarbeiten: "Soziales Lernen" steht in der dritten Klasse auf dem "Stundenplan, für die neuen fünften Klassen gibt es obligatorisch einen Kennenlerntag. In einer sechsten Klasse ging es zuletzt um das Thema "Nähe/Distanz/Umgang miteinander" und in einer siebten Klasse wurden im vergangenen Jahr die eng miteinander verbundenen Themen "Neue Medien" und "Klassengemeinschaft" behandelt: In Klassenchats beispielsweise herrsche zuweilen ein wüster Ton; hier gehe darum, den Kindern die nötigen Kompetenzen und Regeln zu vermitteln.

Konzeptarbeit und Fortbildungen
Weiter sind die Schulsozialarbeiter an der konzeptionellen Arbeit in Sachen Schulentwicklung beteiligt. So sind sie bei der Erarbeitung eines Beratungskonzeptes für die Schule mit von der Partie und organisieren Schulungen und Vorträge für Lehrer – etwa zum Thema "Schule stark machen gegen Suizidalität" – und Schüler (Ausbildung von Juniormentoren). Zugleich holten sich die beiden in zahlreichen Fortbildungen und Seminaren ihrerseits neue Inputs, um das Know-how wiederum in die Schule zu tragen. Beispiele waren unter anderem Seminare zum Umgang mit Kindeswohlgefährdung und Rechtsextremismus.

Aktuell steht das Thema Jugendbeteiligung ganz oben auf der Agenda, erklärten Häffner und Funke. Jugendliche sollen motiviert werden, sich in die Gestaltung ihres Umfeldes aktiv einzubringen. "Wir haben viele Ideen, wie das funktionieren könnte". Gefragt sei hier allerdings zunächst das Signal von Gemeinde(-rat), dass es von deren Seite Offenheit für die politische Beteiligung Jugendlicher gibt. Beim Blick über den Tellerrand ist von Vorteil, dass die beiden Schulsozialarbeiter an der Dieter-Kaltenbach-Stiftung angedockt sind und fachlich wie auch in Sachen Austausch vom dortigen Netzwerk und von der Infrastruktur profitieren, machten Jan Funke und Lisa Häffner deutlich.

Individuelle Beratung: In über hundert Fällen war im vergangenen Jahr die individuelle Beratung und Unterstützung für einzelne Schüler oder Eltern gefragt. Schwerpunkte dabei waren Schulangst, Mobbing, Medienkonsum, psychische Auffälligkeiten, Freundschaft und Pubertät.

Ausblick: Die Vollzeitstelle, die sich beiden Schulsozialarbeiter sich teilen, ist mit diesem Aufgabenspektrum bestens ausgefüllt, machten Funke und Häffner deutlich. Wünsche die Gemeinde eine Schulsozialarbeit auch an den Schulen in den Ortsteilen (konkret: Höllstein und Weitenau), bräuchte es mehr personelle Ressourcen.