Neues Jahr, neue Regeln

Steuern, Pauschalen, Beiträge: Was sich im Jahr 2021 alles bei den Finanzen ändert

Thorsten Knuf, Wolfgang Mulke, Maik Haitmann u.a

Von Thorsten Knuf, Wolfgang Mulke & Maik Haitmann u.a

Mi, 30. Dezember 2020 um 14:35 Uhr

Wirtschaft

Zum Jahresbeginn treten zahlreiche neue Regelungen in Kraft. Unter anderem fällt der Solidaritätszuschlag für viele Steuerzahler weg. Die Badische Zeitung gibt einen Überblick über die Änderungen.

Darauf ist Verlass: Jedes Jahr treten zum 1. Januar zahlreiche neue Regelungen in Kraft. Daran ändert auch eine Corona-Pandemie nichts. Für Steuerzahler bringt das neue Jahr gute Nachrichten – der Solidaritätszuschlag, kurz Soli genannt, fällt nach 30 Jahren für die meisten weg. Von einer weit reichenden sozialpolitischen Veränderung werden die Nutznießer aber so schnell nichts merken. Bis Leistungen aus der neuen Grundrente fließen, wird es Sommer werden. Die wichtigsten Änderungen zum Jahreswechsel im Überblick. Was ändert sich...

… für Steuerzahler?

Solidaritätszuschlag
Arbeitnehmer erhalten schon mit der ersten Gehaltsabrechnung des neuen Jahres mehr Netto vom Brutto. Grund: Der Solidaritätszuschlag entfällt für die meisten Steuerzahler. Familien können mit bis zu 1500 Euro Steuerersparnis für die Haushaltskasse rechnen. Nur für Kapitalanleger, die ihren Sparerfreibetrag ausgeschöpft haben, und die oberen zehn Prozent mit den höchsten Einkommen werden weiter zusätzliche 5,5 Prozent der Einkommensteuerschuld abgezogen. Dazu zählen Singles mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von mehr als 62.121 Euro und zusammen veranlagte Paare, deren zu versteuerndes Einkommen 124 .242 Euro übersteigt.

Grundfreibetrag
Der Grundfreibetrag – also der Anteil des Einkommens, auf den keine Steuern gezahlt werden müssen – steigt Anfang nächsten Jahres um 336 Euro auf 9744 Euro pro Steuerzahler. Verheiratete können damit im neuen Jahr 19. 488 Euro steuerfrei verdienen.

Menschen mit Behinderung
Für Steuerpflichtige mit einer Behinderung besteht die Möglichkeit, anstelle eines Einzelnachweises für ihre Aufwendungen für den täglichen behinderungsbedingten Lebensbedarf einen Behinderten-Pauschbetrag zu beantragen. Die steuerlichen Pauschbeträge für Menschen mit Handicap, die seit 1975 betragsmäßig nicht mehr erhöht wurden, steigen zum Jahreswechsel, teilweise auf das Doppelte. Ab einem Grad der Behinderung von 20 gibt es erstmals eine Pauschale von 384 Euro, bei einem Grad der Behinderung von 50 gilt dann eine Pauschale in Höhe von 1140 Euro, bei einem Grad der Behinderung von 100 sind es 2840 Euro. Für Menschen, die als hilflos gelten, sowie für Blinde und Taubblinde verdoppelt sich der Betrag von 3700 auf 7400 Euro.

Pflege-Pauschbeträge
Wer einen hilfebedürftigen Angehörigen ohne Bezahlung zu Hause pflegt, kann bei der Steuer einen Pflege-Pauschbetrag geltend machen. Setzte das Finanzamt hierfür bisher pauschal 924 Euro an, wird dieser Betrag im Steuerjahr 2021 auf 1800 Euro angehoben, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Voraussetzung ist, dass die Betreuung in der häuslichen Umgebung erfolgt, also entweder in der Wohnung des Angehörigen oder zuhause bei der pflegenden Person. Weitere Änderung: Während bislang der Pflegepauschbetrag nur bei Schwerstpflegebedürftigkeit (Pflegegrad 4 oder 5) anerkannt wurde, wird 2021 ein Pflegepauschbetrag von 600 Euro beziehungsweise 1100 Euro für die Pflegegrade 2 und 3 eingeführt. Damit können mehr pflegende Angehörige als bisher bei ihrem Finanzamt die Pauschale in der Steuererklärung für das Jahr 2021 beantragen.

… für Eltern und Kinder?

Kindergeld und Kinderfreibetrag
Ab 2021 gibt es für jedes Kind 15 Euro mehr Kindergeld. Für die ersten beiden Kinder gibt es je 219 Euro Kindergeld, für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten Kind 250 Euro. Die Steuerfreibeträge für Kinder steigen von 7812 Euro auf 8388 Euro. Das Finanzamt prüft bei Abgabe einer Steuererklärung automatisch, ob mit dem Kindergeld oder den alternativ möglichen Steuerfreibeträgen für den Nachwuchs eine optimale Entlastung der Familie erreicht wird.

Corona-Entschädigung
Eltern bekommen leichter Verdienstausfälle bezahlt, wenn sie ihre bis zu elf Jahre alten Kinder Corona-bedingt zu Hause betreuen müssen: Neben Kita- oder Schulschließungen begründen rückwirkend zum 16. Dezember auch Ferienverlängerungen zum Infektionsschutz oder die Aussetzung der Präsenzpflicht in der Schule eine Erstattung in Höhe von 67 Prozent des Verdienstes oder 2016 Euro monatlich. Kein Anspruch entsteht, wenn eine Notbetreuung vorhanden ist.

Kinderzuschlag
Die Leistung, die es für Familien mit geringem Einkommen gibt, steigt zum Jahreswechsel von 185 Euro auf 205 Euro pro Monat.

Mehr Geld für Alleinerziehende
Ziehen Mütter oder Väter ihre Kinder alleine groß, profitieren sie auch im kommenden Jahr von einem höheren Steuerfreibetrag. Statt 1908 Euro beträgt dieser 4008 Euro im Jahr. Darauf macht der Bund der Steuerzahler aufmerksam. Den Freibetrag gibt es, wenn ein Elternteil mit mindestens einem Kind zusammenlebt, für das ein Kindergeldanspruch besteht – und wenn keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen erwachsenen Person besteht.

Bei Arbeitnehmern wird der Freibetrag beim Lohnsteuerabzug über die Steuerklasse II berücksichtigt, sodass die Steuerzahler in der Regel automatisch von der Entlastung profitieren. Alleinerziehenden mit mehreren Kindern steht ein zusätzlicher Freibetrag von 240 Euro pro Kind zu. Dieser Freibetrag wird nur auf Antrag berücksichtigt.

Höhere Unterhaltskosten absetzbar
Unterhaltskosten für eine unterhaltsberechtigte Person können als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden. Für das Jahr 2021 sind laut Steuerzahlerbund maximal 9744 Euro zuzüglich Kranken- und Pflegeversicherung abziehbar. Die übrigen Voraussetzungen bleiben: Der Unterhaltsempfänger darf nicht über nennenswertes eigenes Vermögen verfügen. Einkommen über 624 Euro wird auf den Höchstbetrag angerechnet. Werden Kinder unterstützt, ist ein Abzug nur möglich, wenn für das Kind kein Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibetrag mehr gewährt wird.

Mindestunterhalt
Dessen Höhe steigt kräftig. Kinder haben künftig mindestens Anspruch auf Unterhalt in Höhe von
  • 393 Euro für Kinder bis 6 Jahre (bisher: 369 Euro)
  • 451 Euro für Kinder zwischen 6 und (unter) 12 Jahren (bisher 424 Euro)
  • 528 Euro für Kinder zwischen 12 und (unter) 18 Jahren (bisher 497 Euro)
Unterhaltsvorschuss
Dies ist eine staatliche Leistung für Kinder von Alleinerziehenden. Anspruchsberechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die vom unterhaltspflichtigen Elternteil keinen oder zu wenig Unterhalt erhalten. Künftig gelten folgende Sätze:
  • für Kinder bis unter 6 Jahre steigt der Satz von 165 auf 174 Euro
  • für Kinder zwischen 6 und unter 12 Jahre erhöht er sich von 220 auf 232 Euro
  • für Kinder zwischen 12 und 18 Jahren erhöht er sich von 293 auf 309 Euro.

… für Verbraucher?

Die Mehrwertsteuer steigt wieder
Mitte des Jahres hat der Bund die Mehrwertsteuer vorübergehend gesenkt, um der Wirtschaft in der Pandemie neuen Schwung zu verleihen. Vom 1. Januar an gelten wieder die üblichen Sätze – was sich unmittelbar an vielen Ladenkassen bemerkbar machen dürfte. Der reguläre Mehrwertsteuer-Satz beträgt dann wieder 19 statt 16 Prozent, der ermäßigte Satz auf Waren des täglichen Bedarfs sieben statt fünf Prozent. Der Bund der Steuerzahler weist darauf hin, dass maßgebend für den Steuersatz ist, wann die Ware geliefert oder die Leistung erbracht wurde. War das noch 2020, gelten die niedrigeren Sätze. Erfolgte dies 2021, gelten die höheren. Dabei sei es gleichgültig, wann die Rechnung ausgestellt wird oder Anzahlungen erfolgten.

Personalausweis
Der "Perso" wird teurer. Statt wie bisher 28,80 Euro werden künftig 37,00 Euro fällig – zumindest für Bürger/innen, die mindestens 24 Jahre alt sind, weil die erst nach zehn Jahren einen neuen Ausweis benötigen. Für jüngere, deren Ausweise nur sechs Jahre lang gültig sind, werden 22,80 Euro fällig. Ab August 2021 müssen neue Personalausweise einen Chip mit zwei Fingerabdrücken enthalten. Kinderausweise bleiben künftig nur noch ein Jahr lang gültig (bisher 6 Jahre). Sie können aber mehrmals um jeweils ein Jahr verlängert werden. Biometrietaugliche Pässe bleiben sechs Jahre lang gültig.

… für Arbeitnehmer?

Pendlerpauschale
Bis zum 20. Kilometer bleibt die Pauschale für die Wege zur Arbeit unverändert. 30 Cent pro Entfernungskilometer können geltend gemacht werden. Berufstätige mit langen Anfahrtswegen erhalten im neuen Jahr eine höhere Pauschale. Sie steigt ab dem 21. Entfernungskilometer um fünf Cent auf 35 Cent, ab 2024 dann um weitere drei Cent auf 38 Cent. Der Steuerzahlerbund rechnet vor, dass ein Arbeitnehmer, der an 220 Tagen im Jahr 35 Kilometer (einfache Strecke) zurücklegt, fortan 2475 Euro geltend machen kann. Das wären 165 Euro mehr als im Jahr 2020. Aber Vorsicht: In der Regel dürfte sich diese Änderung frühestens 2022 bemerkbar machen, wenn die Steuererklärung für 2021 erstellt wird.

Neu ist ab 2021 zudem, dass Geringverdiener, die gar keine Lohn- oder Einkommensteuern zahlen, bei längeren Fahrwegen profitieren. Diese Arbeitnehmer können eine sogenannte Mobilitätsprämie beantragen. Wichtig zu beachten: Geringverdiener müssen in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Die Mobilitätsprämie bekommt man allerdings ohne Steuererklärung nicht.

Kurzarbeitergeld
Wer 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld bezogen hat, ist verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Der Lohnersatz bleibt zwar steuerfrei – steigert aber die Steuerbelastung für das übrige Einkommen. Betroffene legen am besten Geld für die Steuer zurück. Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld bleiben bis Ende 2021 steuerfrei.

Homeoffice-Pauschale
Mit der neuen Regelung können Arbeitnehmer für jeden Tag der Jahre 2020 und 2021, an dem sie ausschließlich im Homeoffice gearbeitet haben, fünf Euro von der Steuer absetzen. Die Pauschale beträgt maximal 600 Euro und vor allem: Sie gilt erst nach Überschreiten des Arbeitnehmerfreibetrags von 1000 Euro.

Corona-Prämie
Corona-Sonderzahlungen bis 1500 Euro bleiben bis Juni 2021 steuerfrei.

… für Rentner?

Grundrente
Über die neue Grundrente haben die Koalitionäre von Union und SPD lange gestritten. Im Januar startet sie offiziell. Rund 1,3 Millionen Menschen mit kleiner Rente sollen einen Aufschlag als Anerkennung ihrer Lebensleistung bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass die Betroffenen 33 Jahre Beiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung und Pflege aufweisen können. Im Durchschnitt soll es einen Aufschlag von 75 Euro pro Monat geben. Das Geld wird aber voraussichtlich frühestens ab Mitte des Jahres fließen – und es kann bis 2022 dauern, bis alle Berechtigten in den Genuss der Grundrente kommen. Der Grund: Die Rentenversicherung muss erst sämtliche vorhandenen Konten prüfen und dann nach und nach die Rentenbescheide verschicken. Aufschläge, auf die ab Januar ein Anspruch besteht, werden nachgezahlt. Selbst tätig werden müssen Rentner nicht: Die Rentenversicherung prüft von sich aus mögliche Ansprüche.

Hinzuverdienstgrenzen
Die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten steigt noch einmal: Für 2021 können statt 44 590 Euro 46 060 Euro hinzuverdient werden, erklärt die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin. Das heißt: Jahreseinkünfte bis zu dieser Höhe führen nicht zur Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Ab 2022 gilt dann allerdings voraussichtlich wieder die ursprüngliche Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro pro Kalenderjahr.

Hintergrund ist der durch die Corona-Pandemie gestiegene Bedarf an medizinischem Personal und die durch Erkrankungen oder Quarantäne ausgelösten Personalengpässe in anderen Wirtschaftsbereichen. Mit der Regelung soll die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt erleichtert werden.

Die Anhebung der Hinzuverdienstgrenze gilt für Neu- und Bestandsrentner. Keine Änderungen gibt es hingegen bei den Hinzuverdienstregelungen für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und bei der Anrechnung von Einkommen auf Hinterbliebenenrenten.

… für Geringverdiener?

Mindestlohn / Mindestausbildungsvergütung
Beides steigt. Ab dem 1. Januar beträgt der Mindeststundenlohn 9,50 Euro (bisher 9,35 Euro). Ab Juli steigt er auf 9,60 Euro pro Stunde. Die Mindestausbildungsvergütung steigt ab Januar auf 550 Euro pro Monat.

Hartz IV / Grundsicherung im Alter
Zum 1. Januar 2021 steigen die hier geltenden Regelsätze. Alleinstehenden Erwachsenen werden künftig zusätzlich zu den Unterkunftskosten monatlich 446 Euro zugestanden (bisher 432 Euro). Bei Ehepaaren und Paaren, die eheähnlich leben, sind es 802 Euro (bisher 778 Euro). Besonders stark steigt der Regelsatz für Kinder von 14 bis 17 Jahren, nämlich um 45 auf dann 373 Euro.

Zumindest für die Grundsicherung, die bis zum 31. März 2021 beantragt wird, gelten – wegen der Corona-Krise – erleichterte Voraussetzungen. Dies ist vor allem für Senioren wichtig, die größere finanzielle Rücklagen haben.

Rentenfreibetrag
Einen neuen Rentenfreibetrag gibt es ab 2021 bei der Grundsicherung im Alter. Dieser bringt Singles bis zu 223 Euro mehr Unterstützung vom Sozialamt. Bei Paaren können es im Einzelfall sogar 446 Euro sein. Anspruch auf den Freibetrag haben diejenigen, die mindestens 33 Jahre mit Grundrentenzeiten nachweisen können. Dazu gehören alle Zeiten mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und pro Kind bis zu zehn Jahre sogenannte Berücksichtigungszeiten. Sobald die Deutsche Rentenversicherung festgestellt hat, dass diese Voraussetzung erfüllt ist, wird die höhere Grundsicherung rückwirkend ab Januar 2021 ausgezahlt. Diejenigen, die bislang noch keine Grundsicherung erhalten, kommen nur in den Genuss des Freibetrags, wenn sie im neuen Jahr einen Antrag auf diese Leistung stellen.

Wohngeld
Haushalte mit geringem Einkommen sollen als Ausgleich für steigende Energiekosten – weil der Kohlendioxidausstoß von Heizöl und Erdgas vom neuen Jahr an Geld kostet – einen Zuschlag beim Wohngeld erhalten. Die genaue Höhe richtet sich nach Haushaltsgröße und Einkommen. Im Durchschnitt beträgt das zusätzliche Wohngeld voraussichtlich rund 15 Euro monatlich. Für jedes weitere Haushaltsmitglied kommen bis zu 3,60 Euro hinzu – zumindest kalkuliert das die Bundesregierung. Auch hier gibt es künftig einen Rentenfreibetrag wie bei der Grundsicherung im Alter mit den gleichen Voraussetzungen (siehe dort). Hierdurch haben viele Rentner erstmals Anspruch auf Wohngeld.

Wohnungsbauprämie
Von Jahresbeginn 2021 an haben mehr Bausparer Anspruch auf Wohnungsbauprämie. Die Einkommensgrenzen, bis zu denen es eine Förderung vom Staat gibt, liegen dann bei 35 000 Euro für Ledige und 70 000 Euro für Verheiratete (bisher 25 600/51 200 Euro). Wer zusätzlich zu seinen vermögenswirksamen Leistungen mindestens 50 Euro im Jahr in seinen Vertrag zahlt, hat Anspruch auf den Zuschuss von dann zehn Prozent auf seine Bausparbeiträge von maximal 700 Euro beziehungsweise 1400 Euro (bislang 512/1024 Euro).

… für Autofahrer?

Kfz-Steuer
Für neue Autos mit hohem Spritverbrauch steigt die Kfz-Steuer. Das soll Bürger dazu bringen, sparsamere Pkw zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind allerdings nicht betroffen. Einer Studie zufolge wird es pro Jahr im Schnitt um 15,80 Euro teurer – bei vielen Autos ändert sich aber überhaupt nichts.

Führerschein
Wer seinen Führerschein macht, muss künftig mehr bezahlen. Kostet die Gebühr für die praktische Prüfung in der Klasse B im alten Jahr knapp 90 Euro, beträgt sie ab Januar knapp 117 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Der Grund: Die sogenannte optimierte praktische Fahrerlaubnisprüfung (OPFEP) gilt ab Januar für alle Führerscheinklassen und enthält festgeschriebene Fahraufgaben und Bewertungskriterien. Am Ende der Fahrprüfung gibt es ein Feedbackgespräch, auch ein schriftliches Protokoll ist Pflicht – bisher gab es das nur bei Nichtbestehen der Führerscheinprüfung. Diese elektronisch erstellte Rückmeldung schätzt auch das Niveau der Fahrkompetenz ein und gibt Hinweise für das Weiterlernen nach der Prüfung, zum Beispiel für das begleitete Fahren ab 17 Jahren oder für die Nachschulung in der Fahrschule bei nicht bestandener Prüfung. Die Führerscheinprüfung wird durch all das länger: So dauert eine Prüfung in der Klasse B künftig insgesamt 55 statt bisher 45 Minuten.

… für das Ehrenamt?

Pauschale
Ab Januar fördert der Staat ehrenamtliches Engagement stärker: Die steuerfreie Übungsleiterpauschale (etwa für Jugendtrainer in Fußballvereinen) steigt von 2400 auf 3000 Euro. Die so genannte Ehrenamtspauschale (etwa für Vereinsvorstände) steigt von 720 auf 840 Euro.