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Stichtag 31. Juli: Wer die Steuererklärung zu spät abgibt, muss zahlen

Jörg Strötzel

Von Jörg Strötzel

So, 20. Juni 2021 um 00:00 Uhr

Geld & Finanzen

Jedes Jahr aufs Neue: Belege suchen, Quittungen sortieren, Beträge zusammenrechnen und in das richtige Steuerformular eintragen – und das alles bis 31. Juli.

Das ist seit 2019 der Stichtag zur Abgabe der Steuererklärung. Weil der 31. Juli in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, muss die Steuererklärung 2020 bis Montag, 2. August 2021, beim Finanzamt sein. Allerdings plant der Gesetzgeber aufgrund der Corona-Pandemie eine Verlängerung der Frist bis 31. Oktober 2021. Der Bundestag hat bereits zugestimmt, der Bundesrat soll Ende Juni entscheiden.

Wer die Frist versäumt, dem drohen Verspätungszuschlag und Zwangsgeld. Seit einer Gesetzesänderung 2019 ist es deutlich schwieriger, eine Fristverlängerung zu beantragen: Die Finanzbeamten verlängern die Abgabefrist nur noch in Ausnahmefällen, wenn Sie als Steuerpflichtiger zur Abgabe verpflichtet sind, es aber ohne eigenes Verschulden versäumen.

Ist das der Fall, müssen Sie Ihr Finanzamt unbedingt schriftlich um eine Fristverlängerung bitten. Seit 2019 beträgt der Verspätungszuschlag 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro pro verspätetem Monat. Maximal werden 25 000 Euro Verspätungszuschlag fällig. Wer mit einer Steuerrückerstattung rechnen darf, kann auf Nachsicht hoffen. Denn dann kann das Finanzamt einen Zuschlag festsetzen, muss es aber nicht. Wer die Leistungen eines VLH-Beraters oder eines Steuerberaters in Anspruch nimmt, hat sogar bis nächstes Jahr Zeit.

Jörg Strötzel ist Steuerberater und
Vorstandsvorsitzender der Vereinigten
Lohnsteuerhilfe (VLH). Sie erstellt für
Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen: http://www.vlh.de