STICHWORT: Solarpflicht

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Di, 21. Juni 2022

Kreis Lörrach

Laut Landesverordnung ist bei Bauanträgen seit 1. Mai die solargeeignete Dachfläche von neuen Wohngebäuden zu mindestens 60 Prozent mit Photovoltaikmodulen zu belegen. Das gilt seit Januar bereits für neue Büro- und Verwaltungsgebäude und Parkplätze mit mehr als 35 Stellflächen. Am 1. Januar 2023 greift die PV-Pflicht auch bei grundlegenden Dachsanierungen bestehender Gebäuden. Als solargeeignet gelten unverschattete oder nur geringfügig verschattete Dachflächen zu, die nach Süden, Osten oder Westen ausgerichtet und mindestens 20 Quadratmeter groß sind. Ein Einfamilienhaus mit 50 Quadratmeter Dachfläche muss also knapp 30 Quadratmeter zu belegen. Je nach Ausrichtung können damit bis zu 5000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt werden, also weit mehr als ein Durchschnittshaushalt verbraucht. Ein Kilowatt Leistung kostet derzeit rund 1400 bis 1600 Euro, die gesamte Beispielanlage also rund 7500 Euro. Im Verhältnis zu den Gesamtbaukosten ist die Investition in die Solaranlage also gering. Wer keine PV-Anlage auf Dach oder an Fassade möchte, kann alternativ auf Anlagen in direkter Umgebung setzen, etwa auf der Wiese vor dem Haus. Auch die Verpachtung der Dachfläche an Dritte ist möglich. Eine weitere Option sind solarthermische Anlagen, die Brauchwasser erwärmen und die Heizung unterstützen.