Stiebjahn gewinnt drei Etappen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 08. August 2022

Mountainbike

Der Langenordnacher muss sich beim Bike-Giro nach vier Tagen in der Gesamtwertung um sieben Sekunden geschlagen geben.

(BZ). Wo vorne ist, ist Simon Stiebjahn. Der Mountainbike-Profi aus dem Neustädter Ortsteil Langenordnach ist auf dem Mountainbike weltweit einer der besten Allrounder, beherrscht die Kurz-Form des Sprints ebenso wie knackige Cross-Country-Rennen, zehrende Marathons und episch lang Ausdauer-Prüfungen wie das legendäre Etappen-Rennen Cape Epic in Südafrika. Ein Lieblingsrennen ist für Stiebjahn seit vielen Jahren der Bike-Giro Hochschwarzwald, den er zuletzt vor einem Jahr gewonnen hatte. Bei der jüngsten Auflage gewann der 31-Jährige drei der vier Etappen und musste sich am Sonntag bei seinem Tagessieg in Grafenhausen doch geschlagen geben: Die Gesamtwertung gewann der Ex-Marathonweltmeister Tiago Ferreira aus Portugal.

Perfekte Wetterbedingungen bescherte den verbliebenen Startern des Rothaus Bike-Giro Hochschwarzwald einen würdigen und verdienten Abschlusstag nach vier strapaziösen Etappen rund um Todtnau-Notschrei und Grafenhausen-Rothaus. Mit Corina Druml (KTM-Team) gab es bei der Frauen-Elite ein neues Gesicht auf dem obersten Siegerpodest. Simon Stiebjahn vom Singer Racing Team schnappte sich im Zielsprint nach den Erfolgen am Donnerstag und Samstag seinen dritten Etappensieg bei den Elitefahrern. Die Schweizerin Janina Wüst (MTB Pro Racing) und der Portugiese Tiago Ferreira (DMT Team) durften sich am Sonntagnachmittag als stolze Gesamtsieger feiern lassen.

Es waren optimale Bedingungen auf der letzten Etappe rund um die Rothaus-Brauerei in Grafenhausen. Ein angenehmer und trockener Sonne-Wolken-Mix mit idealen Temperaturen um die 20 Grad machte die finalen 62,6 Kilometer und knapp 1450 Höhenmeter zu einem Genuss für die alle Bikerinnen und Biker.
Wie schon am Donnerstag, Freitag und Samstag wurde im Eliterennen der Männer von Beginn an kräftig aufs Tempo gedrückt. Überraschend ging der Gesamtführende Tiago Ferreira selbst in die Offensive und setzte sich solo an die Spitze des Rennes. Lokalmatador Simon Stiebjahn, mit sieben Sekunden Rückstand nach drei Etappen Ferreiras schärfster Konkurrent um den Gesamtsieg, war jedoch in der Lage, das "Loch" bis zur zweiten Verpflegungszone nach 46 Rennkilometern zu schließen. Da sich keiner der beiden Topfavoriten im letzten Drittel der Etappe mehr absetzen konnte, musste wieder ein Zielsprint die Entscheidung bringen. Erneut hatte Simon Stiebjahn die schnellsten Beine und siegte in 2:17:50 Stunden zeitgleich vor Ferreira. Dennoch durfte sich Ferreira über den Gesamtsieg freuen – da Stiebjahn am Freitag "nur" auf Rang vier fuhr und dabei die letztlich entscheidenden Sekunden um den Gesamtsieg eingebüßt hatte.

Eine Besonderheit gab es bei der finalen Etappe im Kampf um den dritten Podestplatz. Da auch nach Auswertung von Zielfoto und Zielfilm keine Differenz ersichtlich war, wurden Stiebjahns Teamkollege Martin Frey (Singer Racing Team) und Miguel Munoz Moreno (DMT Racing Team) zeitgleich und gemeinsam auf den dritten Tagesrang gesetzt. In der Gesamtwertung siegte Ferreira in einer Gesamtfahrzeit von 9:47:55 Stunden mit sieben Sekunden Vorsprung auf Stiebjahn und 3:09 Minuten vor dem Team Bulls Fahrer Simon Schneller, der Rang drei souverän verteidigen konnte, obwohl er am Schlusstag "nur" als Siebter ins Ziel fuhr.

In der Teamwertung waren die Rennfahrer des Singer- Racing-Teams eine Klasse für sich. Der St. Georgener Chaleb Kieninger fuhr in der Gesamtwertung auf Rang fünf, der Breitnauer Matthias Bettinger beendete die viertägige Etappenfahrt auf Rang 15. Ben Schweizer vom Münstertäler Team Stop&Go Marderabwehr beendete den Bike-Giro auf Rang sieben, sein Teamkollege Niklas Sell wurde Gesamtzehnter. Eine kämpferisch Leistung bot der Breitnauer Simon Gutmann vom Hochschwarzwälder B&WBike.cases Merida-Team, der die vier Etappentage als Gesamt-24. beendete.

Bei den Frauen kam Corina Druml von Tag zu Tag besser in Schwung. Auf der vierten und letzten Etappe konnte sich Druml nun endgültig belohnen und schnappte sich nach einem dritten und zweiten Platz an den Vortagen solo in 2:48:12 Stunden Fahrzeit ihren ersten Tagessieg beim Rothaus-Bike-Giro 2022. Seriensiegerin Janina Wüst musste sich nach 15 Sekunden Rückstand mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Weitere 28 Sekunden dahinter sicherte sich Vanessa Schmidt (http://www.training-mit-koepfchen.de als Dritte wie am Samstag den letzten freien Platz auf dem Siegertreppchen.

Die Gesamtwertung dominierte Wüst in einer 12:05:08 Stunden deutlich mit 15:17 Minuten Vorsprung vor der Niederländerin Rosa van Doorn (Giant Offroad Team) sowie 21:24 Minuten vor der entthronten Titelverteidigerin Janine Schneider vom Team VC Singen.