Notfallrettung

Stiftung fordert Pflichtkurse für jeden in Erster Hilfe

dpa

Von dpa

Do, 12. September 2019 um 08:01 Uhr

Südwest

Ein Unfall, ein Herzstillstand, ein ertrinkendes Kind. Wer traut sich in solchen Fällen Erste Hilfe zu? Die Björn Steiger Stiftung spricht von Hemmungen und schlägt eine Lösung vor.

Nur etwa jeder Zweite soll sich einer Umfrage zufolge zutrauen, im Notfall Erste Hilfe leisten zu können. Deshalb fordert die Björn Steiger Stiftung - auch mit Blick auf den Personalmangel beim Rettungsdienst und Wartezeiten - Erste-Hilfe-Kurse für jeden ohne jede Ausrede.

"Es gilt, regelmäßig die Kenntnisse über Erste Hilfe aufzufrischen, so dass die wichtigsten Grundlagen beherrscht werden und Laien in der Lage sind, zu helfen, bis Notarzt und Rettungsdienst am Notfallort eintreffen", sagte Ulrich Schreiner, der Geschäftsführer im Bereich Rettungsdienst der Björn Steiger Stiftung.

"Ein einziger Erste-Hilfe-Kurs im Leben, um den Führerschein zu erlangen, reicht aber bei weitem nicht aus, um im Ernstfall überlegt zu handeln" Ulrich Schreiner
Der Rettungsdienst sei an seinen Grenzen angelangt, in vielen Regionen kranke das System der Notfallversorgung. "Bis bundesweit einheitliche Strukturen den Rettungsdienst effizienter machen und die akuten Probleme lösen, muss die professionelle Notfallrettung unterstützt werden", schlug die Stiftung im Vorfeld des internationalen Tags der Ersten Hilfe (14. September) vor.



Dazu gehöre auch, dass Laien in einem Notfall wüssten, wie sie helfen könnten. Wichtig sei zum Beispiel zu wissen, wie die stabile Seitenlage oder eine Herzdruckmassage funktioniere. Hier sollen die Pflichtkurse früheres Wissen auffrischen.

Laienhelfer seien möglicherweise entscheidend, wenn es um Leben und Tod gehe. "Ein einziger Erste-Hilfe-Kurs im Leben, um den Führerschein zu erlangen, reicht aber bei weitem nicht aus, um im Ernstfall überlegt zu handeln", sagte Schreiner, dessen Stiftung sich für eine bessere Notfallversorgung einsetzt.