Wehr und die Corona-Krise

Stiftung verschiebt Preisverleihung für Menschen mit Behinderung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 17. Juni 2020 um 09:59 Uhr

Bad Säckingen

Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung erhalten wegen Corona-Krise Auszeichnung erst im kommenden Frühjahr in Wehr. Auch Schirmherrin Anne-Sophie Mutter war an Covid-19 erkrankt.

Die Verleihung des Lothar-Späth-Förderpreis 2020 muss auf Grund der aktuellen Corona-Lage entfallen. Dies teilte Frank Wölfl, der Leiter des Kultur- und Verkehrsamts der Stadt Wehr, am Dienstag mit. Der Preis sollte am kommenden Samstag verliehen werden.

Auch wenn es nach der aktuellen Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg seit Anfang Juni wieder möglich ist, Kulturveranstaltungen mit einer Mindestteilnehmerzahl von maximal 99 Besuchern zu machen, habe sich der Stiftungsrat des Lothar-Späth-Förderpreises unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Thater entschlossen, die diesjährige Preisverleihung zusammen mit der Preisträgerausstellung in der Galerie des Alten Schlosses Wehr auf kommendes Frühjahr zu verschieben.

Schirmherrin Anne-Sophie Mutter war an Covid-19 erkrankt

Diese Entscheidung sei nach Rücksprache mit der berühmten Geigerin Anne-Sophie Mutter, der Schirmherrin der Veranstaltung, getroffen worden. Die Geigerin selbst soll in den vergangenen Wochen unter dem Covid-19-Virus gelitten haben. "Auch wollte man den 15 Preisträgerinnen und Preisträgern aus ganz Deutschland und er Schweiz eine langstündige Anreise in öffentlichen Verkehrsmitteln ersparen", so Frank Wölfl. Nach Abklang der Pandemie werde man aber die Preisverleihung in Wehr nachholen. Auch die Preisträgergage werde ausbezahlt. Das kommende Frühjahr ist für die Veranstaltung vorgesehen. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest. Er werde bei Gelegenheit bekannt gegeben.

Die Teilnehmer am Lothar-Späth-Förderpreis für Künstlerinnen und Künstler mit geistiger Behinderung hatten von Oktober bis Januar Zeit, ihre Bilder und Kunstwerke auf digitalem Wege bei der Lothar-Späth-Förderpreisstiftung einzureichen. Aus den insgesamt 202 Anmeldungen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz, wählte die Jury Anfang Februar die 15 Gewinnerbilder aus. Den ersten Preis erhält Heike Schäfer aus Tübingen. Der zweite Preis geht an Edith Kleinmichel aus Berlin und der dritte wandert in die Region: Bärbel Murawski aus Bernau wird damit ausgezeichnet.

Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderung

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth hat den Preis 2006 ins Leben gerufen. Sein Ziel war es, Menschen mit geistiger Behinderung in die Gesellschaft zu integrieren und sie am kulturellen Leben teilhaben zu lassen. "Sie sollen aktiv Teilhaben und durch ihre Ideen und kreativen Arbeiten das Zusammenleben in der Bundesrepublik Deutschland mitgestalten", heißt es auf der Seite der Stiftung.

Zusammen mit Lothar Späth gründete die Stadt Wehr im Jahr 2014 die Lothar-Späth-Förderpreis-Stiftung. Sie soll dazu beitragen, dass der Preis dauerhaft erhalten bleibt. Späth wollte so sicherstellen, dass auch nach seinem Tod die Leistung von Menschen mit einer geistigen Behinderung gefördert wird. Nach dem Tod von Lothar Späth im Jahre 2016 übernahm die aus Wehr stammende Stargeigerin Anne-Sophie Mutter die repräsentative Aufgabe der Preisträger-Verleihung. Sie findet nur alle zwei Jahre in Wehr statt.