Dentaltechniker in der Krise

Straumann kappt Stellen in Freiburg und Basel

Philipp Peters

Von Philipp Peters

Fr, 15. Mai 2020 um 10:23 Uhr

Wirtschaft

Das Dentaltechnik-Unternehmen Straumann streicht rund 660 Stellen. Südbaden ist vom Jobabbau nicht so hart betroffen.

Der Dentaltechniker Straumann muss umdenken. In den vergangenen Jahren war das Schweizer Unternehmen mit Deutschlandzentrale in Freiburg massiv gewachsen. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich in den vergangenen drei Jahren auf 7700 verdoppelt. Zu viel für die aktuelle Situation. Denn Dentalbehandlungen wie Implantate gehören in der aktuellen Lage nicht zu den Behandlungen, die absolut notwendig sind. In der Folge bricht bei Straumann das Geschäft ein. Darauf reagiert das Unternehmen mit einem massiven Sparkurs, der auch vorsieht, jede elfte Stelle zu streichen. Im Konzern sollen so 660 Stellen wegfallen.

In Deutschland wird der Stellenabbau deutlich geringer ausfallen als in der gesamten Gruppe. Hier liegt die Quote gerade mal bei 3,3 Prozent, wie Straumann auf Nachfrage erklärt. Bei den 350 Mitarbeitern, die der Konzern in Deutschland beschäftigt, wären es also 11,5 Stellen. Am Hauptsitz Basel hat Straumann aktuell 595 Mitarbeiter. Hier nennt das Unternehmen eine Zahl: Etwa 60 Stellen seien vom Sparkurs betroffen, heißt es in einer Mitteilung.

Straumann rechnet für dieses Jahr mit einem deutlichen Umsatzrückgang. Je nach Land werde es noch lange dauern, bis die Dentalbehandlungen, die für Straumann relevant sind, wieder aufgenommen werden. 60 Prozent der Betriebskosten entfallen bei Straumann auf das Personal. "Der geplante Abbau erstreckt sich auf alle Länder und Funktionen"", heißt es weiter. Und obschon der Stellenabbau in diesem Jahr Kosten von etwa 14 Millionen Euro verursacht, rechnet Straumann damit, bis zu 28,5 Millionen Euro einzusparen. "Wir haben früh auf die COVID-19-Krise reagiert, um die Gesundheit der Mitarbeitenden und die Geschäftskontinuität zu gewährleisten sowie die kurzfristigen finanziellen Auswirkungen abzufedern", sagt Guillaume Daniellot, Chief Executive Officer. "Da die Krise nun in eine Rezession führt, müssen wir rasch weitere Maßnahmen ergreifen. Heute sind unsere Kosten im Verhältnis zum Umsatz zu hoch, und es gilt, unsere Organisation auf diese neue Realität auszurichten." Der Stellenabbau sei schmerzhaft, aber notwendig.