Wahl

Struktur der Rheinfelder Feuerwehr wird professionalisiert

Hrvoje Miloslavic

Von Hrvoje Miloslavic

Mo, 13. September 2021 um 15:58 Uhr

Rheinfelden

Die Rheinfelder Feuerwehr schafft die Voraussetzungen für gewichtige Veränderungen in der Kommandostruktur. David Sommer wird in das das neu eingerichtete Amt des dritten Stellvertreters gewählt.

Wahlen und Ehrungen standen im Mittelpunkt der jüngsten Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr Rheinfelden. In seinem Amt bestätigt wurde der stellvertretende Stadtkommandant Marc Thoma. Mit der Wahl von David Sommer in das neu eingerichtete Amt des dritten Stellvertreters wurden die Voraussetzungen für gewichtige Veränderungen in der Kommandostruktur der Rheinfeldener Feuerwehr geschaffen.

Der aus Magdeburg stammende 43-jährige Berufsfeuerwehrmann ist bereits seit 2019 in Diensten der Stadt. Im März beendete er seine Ausbildung im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst. In rund eineinhalb Jahren wird er den aus Altersgründen ausscheidenden Stadtkommandanten Dietmar Müller beerben und als hauptamtlicher, von der Stadt Rheinfelden bestellter und besoldeter Kommandant fungieren.

Nein-Stimmen bei der Wahl

Dafür, dass mit der Professionalisierung der Kommandostruktur für die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden ein Stück Wahlfreiheit und Mitbestimmung verloren geht, könnten 18 (von 136 Wahlberechtigten) in der geheimen Wahl abgegebene Nein-Stimmen ein Indiz sein. Andeutungen von kritischem Diskussionsbedarf, der sich an einer Wortmeldung aus dem Plenum zeigte, schob Kommandant Müller einen Riegel vor: "Ich werde das hier jetzt nicht diskutieren." Für den zweiten Stellvertreter Thoma stimmten 107 Wahlberechtigte mit Ja (23 Nein-Stimmen).

Lob für das Engagement in der Pandemie

Auf Seiten der Stadtverwaltung scheint die Vorfreude auf den hauptamtlichen Feuerwehrchef groß zu sein. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt kündigte den vorsorglichen Brandschutz als einen der Schwerpunkte in der Zusammenarbeit mit Sommer an. Großes Lob zollte der Bürgermeister der Feuerwehr. In den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie habe sie "ihren Mann und ihre Frau gestanden", so Eberhardt. "Auf ihre Sicherungssysteme kann sich die Gesellschaft verlassen", fügte er hinzu.

Mit dem geplanten Zentralen Gerätehaus an der Römerstraße, das einen Kostenrahmen von 14,5 Millionen aufweist, soll die zukunftsweisende Weiterentwicklung der Rheinfeldener Feuerwehr auch ihre bauliche Entsprechung finden. In seinem Bericht konnte Thoma für das Jahr 2020 das Ende der Entwurfsphase, den Spatenstich für die Tiefbau- und Kanalarbeiten sowie den Eingang eines positiven Förderbescheides in Höhe von 1,15 Millionen Euro melden. Auch OB Eberhardt zeigte sich mit der Entwicklung beim neuen Gerätehaus zufrieden. Besonders freute es ihn, dass "die Förderbedingungen verbessert werden konnten". Keine guten Nachrichten hatte er hinsichtlich der Bautätigkeit selbst. Durch Verzögerungen beim Bau der Autobahn stocke auch die Arbeit am Anschlusskreisverkehr der B136, wo die Alarmausfahrten des künftigen Gerätehauses geplant sind. "Hoffentlich gibt es keine weiteren Hiobsbotschaften."

Dass die Corona-Pandemie nach den Worten von Kommandant Müller, "alles, was wir kannten, auf den Kopf gestellt hat", zeigte sich auch an den Formalia des Abends. Aufgrund der 2020 abgesagten Hauptversammlung standen die Tätigkeitsberichte für zwei Jahre auf der Tagesordnung. Die Berichte vermittelten zwar den Eindruck, dass die Feuerwehr bisher relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen ist. Neben dem deutlichen Stau bei der Ausbildung hat Corona jedoch vor allem beim Nachwuchs negative Spuren hinterlassen. "Die Jugend wurde sehr gebeutelt", kommentierte Stadtjugendfeuerwehrwart Rene Stach die deutlich sinkenden Zahlen.

Ehrungen:

Ehrenmedaille der Stadt Rheinfelden - Stufe Silber (20 Jahre Feuerwehrdienst): Martin Brandl (Nordschwaben), Dirk Hamacher (Herten), Guido Krohn (Herten), Florian Schmidt (Karsau), Stefan Stannecker (Adelhausen), Martin Steiner (Minseln). Stufe Gold (30 Jahre): Ciro Melino (Rheinfelden), Frank Fröhle (Degerfelden), Ralf Oldenburg (Eichsel), Johannes Preiser (Rheinfelden), Horst Schindelka (Nollingen), Klaus Trübe (Nollingen), Michael Zipfel (Eichsel).

Landesehrung – Stufe Bronze (15 Jahre): Fabian Bauer (Herten), Hannah Bernbach (Eichsel), Riccardo Habenicht (Rheinfelden), Hermann Haist (Warmbach), Simon Hartmann (Minseln), Tobias Hartmann (Nollingen), Lucas Kupferschmid (Nollingen), Philipp Peter (Karsau), Max Rütschle (Adelhausen), Alexander Steinke (Karsau), Mike Trüby (Warmbach), Udo Werner (Minseln). Stufe Silber (25 Jahre): Dirk Amrein (Nollingen), Rafael Frech (Adelhausen), Marcel Hohle (Adelhausen), Tino Kolb (Herten), Daniel Kuny (Nordschwaben), Enrico Leipzig (Rheinfelden), Jochen Meier (Eichsel), Rene Stach (Rheinfelden), Marc-Daniel Petrusch (Minseln), Urs-Willi Mangold (Herten), Tobias Sutter (Nordschwaben), Daniel Winkler (Adelhausen). Stufe Gold (40 Jahre): Stefan Asal (Warmbach), Bernhard Gerwig (Adelhausen), Thomas Kieper (Rheinfelden), Markus Kuny (Nordschwaben), Dietmar Müller (Rheinfelden), Alfons Rütschle (Adelhausen), Werner Schindelka (Rheinfelden), Christian Trüby (Warmbach). 50 Jahre: Gerhard Brugger (Rheinfelden).

Beförderungen:

Löschmeister: Sebastian Schmidt (Rheinfelden), Martin Schmitz (Degerfelden). Oberlöschmeister: Tobias Hartmann (Nollingen). Hauptlöschmeister: Alexander Asel (Rheinfelden), Frank Fröhle (Degerfelden), Patrick Hornig (Rheinfelden). Oberbrandmeister: Jürgen Moosbrugger (Warmbach), Uwe Kuhlmann (Nordschwaben).