Elsass

Studentin in Minirock in Straßburger Innenstadt von drei Männern geschlagen

dpa

Von dpa

Mi, 23. September 2020 um 18:22 Uhr

Straßburg

Drei Männer sollen in Straßburg eine Frau erst beschimpft und dann geschlagen haben – weil sie sich an der Kleiderwahl der Frau gestört haben. Die Regierung verurteilt den Vorfall scharf.

Ein mutmaßlich sexistisch motivierter Angriff auf eine Studentin sorgt in Frankreich für Empörung. Die mutmaßlichen Täter sollen sich dabei an der Kleiderwahl der Frau gestört haben. Die Regierung verurteile den Vorfall im elsässischen Straßburg scharf, sagte Sprecher Gabriel Attal am Mittwoch.

Jeder müsse in Frankreich in der Lage sein, in der Kleidung auf die Straße gehen zu können, die sie oder er tragen wolle. Frauen dürften sich nicht wegen der Wahl ihrer Klamotten gefährdet fühlen, belästigt, bedroht oder angegriffen werden, betonte Attal.

15 Menschen standen herum, taten aber nichts, so die Studentin

Die 22 Jahre alte Studentin wurde nach eigenen Angaben vergangenen Freitag tagsüber nahe der Straßburger Innenstadt von drei Männern erst beschimpft und dann geschlagen. Die Männer hätten sie "Schlampe in einem Rock" genannt, sagte die Frau dem regionalen Radiosender France Bleu Alsace.

Anschließend hätten sie zwei der Männer festgehalten und der dritte ihr ins Gesicht geschlagen bevor sie flohen, so die Studentin. Sie erhob zudem Vorwürfe gegen Zeugen des Angriffs. Rund 15 Menschen hätten diesen gesehen, aber nichts unternommen, sagte die 22-Jährige.

Die Polizei leitete Medienberichten zufolge Ermittlungen zu dem Fall ein. Demnach erstatte die Studentin auch Anzeige. Die beigeordnete Ministerin im Innenministerium und Ex-Staatssekretärin für Gleichstellung, Marlène Schiappa, reiste am Mittwoch nach Straßburg, um sich dort mit Vertretern der Polizei und Präfektur zu treffen, um über einen besseren Schutz für Frauen zu sprechen. "Der Rock ist nicht für den Angriff verantwortlich und die Frau noch weniger", sagte Schiappa France Bleu.

In Straßburg werde bis 2021 durch das Innenministerium ein Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin in der Polizeistation eingestellt, sagte Schiappa einem Bericht der Lokalzeitung "DNA" zufolge. Damit solle der Dialog zwischen Opfern geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt und der Polizei verbessert werden.