Stühlingen will nicht in die Badenliga

Lukas Karrer

Von Lukas Karrer

Mo, 06. April 2020

Tischtennis

Abbruch der Tischtennissaison / Männer der Tischtennisfreunde steigen ab, Frauen verzichten.

TITISEE-NEUSTADT. Noch am Morgen des 1. Aprils hatte der Deutsche Tischtennisbund (DTTB) einen Entwurf veröffentlicht, wonach sich alle Vereine ihre Ligazugehörigkeit in der kommenden Saison aussuchen dürfen – wenig später hieß es: April, April! Am Nachmittag kam der tatsächliche Bescheid: Die Spielzeit 2019/2020 ist für den Mannschaftsspielbetrieb in ganz Deutschland von der untersten Kreisklasse bis zur Bundesliga inklusive der Pokal- und Relegationsspiele mit sofortiger Wirkung aufgrund der Corona-Krise beendet. In der abgebrochenen Saison wird die Tabelle zum Zeitpunkt der jeweiligen Aussetzung, dem 13. März, als Abschlusstabelle gewertet − mit Auf- und Absteigern.

Diese Lösung lässt nur in einer Hinsicht Spielraum: Was passiert mit den Teams, die aktuell auf einem Relegationsplatz stehen? Der DTTB und die Landesverbände werden das individuell regeln. Eine Entscheidung darüber wollen die Verbände kurzfristig einzeln erarbeiten und zeitnah veröffentlichen.

Als "gerechte Lösung" empfindet Tatjana Lasarzick von den TTF Stühlingen die Entscheidung des Verbandes. Auf ein mögliches Aufstiegsrecht wird die erste Frauenmannschaft dennoch verzichten. "Wir werden auch in der kommenden Saison in der Verbandsliga spielen", sagt die Vorsitzende des Tabellenzweiten in der nun beendeten Verbandsligasaison. Es gäbe zu viele Unsicherheiten bezüglich der Aufstellung für die kommende Saison, begründet Lasarzick die Entscheidung und macht deutlich: "Wir können für die kommende Saison noch nicht richtig planen. Wie sich das Team zusammensetzt, ist noch komplett unklar."

Auch ein Verbleib der Polin Agnieszka Ochmann, die der Verein sehr gerne halten würde, ist ungewiss. "Sie ist derzeit in Polen und wir haben nur wenig Kontakt. Wir hoffen, dass sie bei uns bleibt", so Lasarzick. Anders als die Frauen konnten die Männer der TTF Stühlingen die Verbandsliga nicht halten. Für Gerd Schönle und seine Mitspieler geht es in der kommenden Saison in der Landesliga weiter. Die Tischtennisfreunde sind abgeschlagener Tabellenletzter und der Abstieg stand schon vor dem Abbruch der Saison so gut wie fest. Wenn es darum geht, sich eine Liga tiefer neu zu formieren, wird die bisherige Stühlinger Nummer zwei Felix Wigand nicht mehr mit dabei sein. Wigand hat es beruflich nach Ravensburg verschlagen. "Felix wird den hohen Aufwand, den er bisher auf sich genommen hat, in der Landesliga nicht mehr auf sich nehmen und den Verein verlassen", sagt Tatjana Lasarzick. Stühlingen sucht eifrig nach neuen Spielern.

Den umgekehrten Weg wie die Stühlinger Männer geht die TTG Furtwangen/Schönenbach. Als Meister der Landesliga kehren die Burt-Brüder und ihre Teamkollegen in die Verbandsliga zurück. Ob die Männer des TV Neustadt in der Bezirksliga verbleiben dürfen, ist noch nicht klar. Als Tabellenachter befinden sich die Neustädter auf einem Abstiegsrelegationsplatz. Jenen belegen auch die Frauen des TTC Schluchsee in der Bezirksliga der Frauen. Auch hier muss abgewartet werden, wie sich der Verband entscheidet. Es ist aber nach aktuellem Stand davon auszugehen, dass Teams, die sich auf einem Abstiegs-Relegationsplatz befinden, in der Liga bleiben dürfen.