Abbruch

Wohnen statt Beten: Freiburger Kirche St. Elisabeth wird umgebaut

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mo, 18. März 2013 um 09:40 Uhr

Südwest

Im Freiburger Stadtteil Zähringen wird die aus den 60er-Jahren stammende Kirche St. Elisabeth in ein Wohngebäude umgebaut. Trotzdem sind alle zufrieden. Wie kann das sein?

Draußen ist ein strahlend schöner Sonntagmorgen, nach vielen grauen Tagen. Der Gottesdienst in St. Konrad in Freiburg-Zähringen ist zu Ende, doch gut 100 Mitglieder der Gemeinde lockt es nicht zu einem kleinen Spaziergang in der Wintersonne. Sie treffen sich stattdessen im benachbarten Gemeindesaal. Die Stimmung ist freundschaftlich, aber durchaus ernst. Als Christian Engelhard während seiner kurzen Powerpoint-Präsentation beinahe die drei Stufen von der Bühne herabstürzt, geht ein erschrockenes Raunen durch den Raum.

Was Engelhard, Geschäftsführer des Bauinvestors Gisinger GmbH, ihnen vorträgt, erschreckt die Gemeindemitglieder dagegen nicht. Obwohl es um das Ende einer Kirche handelt, die zu ihrer Gemeinde gehört: Aus St. Elisabeth, einem 1965 nach den Plänen des Karlsruher Architekten Rainer Disse im Betonbrutalismus der Zeit errichteten Bau, wird eine Eigentumswohnanlage. Wie das Ganze aussehen soll, zeigt ein Modell, das die Gisinger GmbH mitten im Gemeindesaal hat aufstellen lassen und das intensiv betrachtet wird. "Das gefällt mir sehr gut", sagt ein älteres Gemeindemitglied. Er steht damit nicht allein.

Renovieren? Für die Gemeinde viel zu teuer
Natürlich sei Wehmut dabei, sagt Eva-Maria Wagner, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Die Alternative wäre jedoch gewesen, die Kirche abzureißen, obwohl sie längst unter Denkmalschutz steht. Sie war 2006 profaniert worden, weil die ...

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