Kreis Schwäbisch Hall

Sechs Tote nach Schüssen in Rot am See in Baden-Württemberg

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Fr, 24. Januar 2020 um 17:40 Uhr

Südwest

Im Nordosten Baden-Württembergs soll ein Mann sechs Menschen getötet haben – offenbar ausschließlich Verwandte. Polizei und Öffentlichkeit rätseln über das Motiv. Ein Opfer soll aus der Ortenau stammen.

Ein Sportschütze soll in Rot am See im Nordosten Baden-Württembergs seinen Vater, seine Mutter und vier weitere Verwandte erschossen haben. Die Polizei teilte am Freitag mit, der 26-Jährige habe sechs Menschen mit einer Pistole getötet – dem Vernehmen nach hätten sie alle in einem Verwandtschaftsverhältnis mit ihm gestanden. Im Laufe des Samstages soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der Tatverdächtige sei nach dem Eintreffen erster Polizisten vor dem Haus festgenommen worden, Hinweise auf weitere Tatbeteiligte gebe es nicht. Aalens Polizeipräsident Reiner Möller sagte bei einer Pressekonferenz: "Wir gehen von einem Familiendrama aus."

Ein Opfer soll aus der Ortenau stammen

Bei den erschossenen Menschen handelt es sich laut Polizei um drei Männer im Alter von 36, 65 und 69 Jahren sowie um drei Frauen im Alter von 36, 56 und 62 Jahren. Zwei der Opfer seien von auswärts gewesen.

Nach Informationen der Badischen Zeitung stammt eines der weiblichen Todesopfer aus dem Raum Lahr. Die Polizei in Aalen hat das am Freitagabend auf BZ-Nachfrage nicht bestätigt. Laut der örtlichen Lokalredaktion der Südwestpresse hat die getötete Mutter des mutmaßlichen Täters in Freiburg gelebt. Die Bild-Zeitung berichtet von mehreren Opfern aus der Ortenau.

Zwei weitere Personen verletzt

Zudem seien zwei Menschen verletzt worden. Es handele sich um einen 68-Jährigen, der, nach Polizeiangaben, in Lebensgefahr schwebe. Eine weitere 64-jährige Frau, möglicherweise die Frau des Schwerstverletzten, werde wegen leichterer Schussverletzungen im Krankenhaus versorgt. Zwei weitere Jugendliche im Alter von 12 und 14 Jahren seien von dem mutmaßlichen Schützen bedroht worden. Sie befänden sich in psychologischer Betreuung, sagt der Polizeisprecher.

Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar, die Polizei machte dazu keine Angaben. Bei dem Tatverdächtigen handle es sich um einen Deutschen, der einen Waffenschein besitze und selber in dem Haus, in dem er die Tat verübt habe, lebe.

Verdächtiger meldete sich selbst bei der Polizei

Er habe eine halbautomatische Kurzwaffe genutzt. Der Mann habe sich nach seiner Tat selber telefonisch bei der Polizei gemeldet, teilten die Beamten mit. Die Waffe sei später im Gebäude gefunden worden. Der Mann befinde sich derzeit bei der Polizei in Gewahrsam und mache keine Angaben, hieß es am frühen Freitagabend.

Die Beamten erklärten, sie seien gegen 12.45 Uhr über die Schüsse informiert worden und schnell "mit starken Kräften" vor Ort gewesen. Nun werde die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernehmen und versuchen, die Hintergründe der Tat aufzuklären.
Die Gemeinde Rot am See hat knapp 5400 Einwohner und liegt zwischen Crailsheim (Baden-Württemberg) und Rothenburg ob der Tauber (Bayern).