BZ-Interview

Susanna Filbinger über ihren Vater: "Er war vor allem Soldat"

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Sa, 27. April 2013 um 00:00 Uhr

Kultur

Ein erfolgreicher und furchtbar gescheiterter Politiker: Susanna Filbinger-Riggert hat ein Buch über ihren Vater, den früheren Ministerpräsidenten Baden-Württembergs geschrieben.

BZ: Frau Filbinger-Riggert, Ihr Buch will eine persönliche Vergangenheitsbewältigung sein. Andererseits holen Sie damit den fast vergessenen Fall Filbinger wieder auf den Tisch. Ist das nicht ein Widerspruch?
Filbinger-Riggert: Ob das Buch eine neue Filbinger-Debatte auslöst, weiß ich nicht. Das wäre auch nicht meine Absicht. Mir ging es in dieser Vater-Tochter-Biografie um mein Empfinden. Ich wollte schildern, wie ich die Dinge erlebt habe.

BZ: An einer Stelle nennen Sie sich selbst die "Aussprecherin". Das klingt, als würden Sie etwas auch stellvertretend für die Familie aussprechen, vor allem für die Geschwister. Ist das so?
Filbinger-Riggert: 2007, nach dem Tod meines Vaters und der wieder aufgeflammten Debatte um ihn, die sich wochen- und monatelang hinzog und mich sehr traurig machte, da habe ich mich ins stille Kämmerlein zurückgezogen und mir viel von der Seele geschrieben – aber, gutem professionellen Rat folgend, mit kaum jemanden darüber gesprochen. Deshalb waren meine Geschwister anfangs erstaunt über mein Projekt. Allerdings habe ich ihr Vertrauen, schließlich bin ich auch die Bevollmächtigte aller fünf Geschwister für den Nachlass des Vaters und den Umgang damit (siehe allerdings dazu BZ vom 26. April, Seite 3).

BZ: Sie tragen Ihren Geburtsnamen Filbinger auch im Ehenamen. Hand aufs Herz, haben Sie nie gedacht: Ach, wie schön wäre es, inkognito durch die Welt zu gehen und nicht mehr Filbinger zu heißen?
Filbinger-Riggert: Diesen Namen zu tragen, das hatte Vor- und Nachteile. Manchmal hat er mir das Leben in der Tat auch schwer gemacht. So wäre ich gerne Journalistin geworden, durfte aber selbst Praktika in ...

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