CDU

Susanne Wetterich ist neue Chefin der Frauen-Union

dpa

Von dpa

So, 21. Juli 2019 um 19:08 Uhr

Südwest

Eine gebürtige Freiburgerin ist die neue Vorsitzende der Frauen-Union im Land: Susanne Wetterich fordert, mehr CDU-Frauen müssten Mandate bekommen.

URBACH (dpa). Die gelernte Journalistin Susanne Wetterich ist neue Vorsitzende der Frauen Union in Baden-Württemberg. Die 63-Jährige setzte sich am Samstag beim Landesdelegiertentag in Urbach in einer Kampfabstimmung gegen Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz durch. Von 170 abgegebenen Stimmen bekam Wetterich 92 Stimmen. Die bisherige Vorsitzende Inge Gräßle war nicht mehr angetreten. Wetterich ist gebürtige Freiburgerin, war Redakteurin des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart und hat heute ein Büro für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit.

Wetterich kündigte an, eine Reform des Landtagswahlrechts wieder auf die Agenda bringen zu wollen, um mehr Frauen ins Parlament zu bringen. Sie sagte: "Ich will, dass deutlich mehr CDU-Frauen in politische Mandate kommen." Im Landtag sitzen für die CDU derzeit 33 Männer und zehn Frauen. Im Bundestag sind unter den 38 CDU-Abgeordneten aus dem Südwesten nur vier Frauen. Im Europaparlament ist die Südwest-CDU mit vier Männern aber gar keiner Frau vertreten, da Inge Gräßle auf Platz fünf der Liste stand und den Wiedereinzug verpasste.
Anteil der Frauen in der Landes-CDU

Die CDU Baden-Württemberg hat nach Angaben ihrer Geschäftsstelle rund 62 000 Mitglieder. Davon sind rund 24 Prozent weiblich. Unter den Neumitgliedern im Juni waren 31 Prozent Frauen. Es wird jedoch beklagt, dass Männer die meisten Mandate haben. Bei der Landtagswahl 2016 lag der Anteil der Frauen in der Partei bei den Erst- und Zweitbewerbern laut CDU-Generalsekretär Manuel Hagel bei 33,6 Prozent.

Susanne Eisenmann, Kultusministerin und designierte CDU-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2021, räumte in ihrer Rede einen Nachholbedarf bei der Frauenförderung ein. Sie vermied es aber, sich auf konkrete Regelungen festzulegen. Nötig sei eine gelebte und aktive Frauenpolitik. Auf die Frage, wie viele Frauen sie als Regierungschefin ins Kabinett holen würde, antwortete sie vage. "Dass ich persönlich dafür stehe, dass Frauen und Männer gleichermaßen eine Rolle spielen, ist, glaube ich, klar." Es sei aber zu früh für konkrete Festlegungen. "Lassen Sie uns den Bär erst einmal erlegen, bevor das Fell verteilt wird." Eisenmann soll am kommenden Samstag offiziell auf einem Parteitag zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021 gewählt werden.