Zeichen gegen Nationalismus

Tausende demonstrieren in Freiburg für ein Europa für Alle

Simona Eftimova

Von Simona Eftimova

So, 19. Mai 2019 um 18:16 Uhr

Freiburg

Unter dem Motto "Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus" haben Menschen in vielen europäischen Städten gegen Nationalismus und Rechtsextremismus demonstriert.

Das bundesweite Bündnis "Europa für Alle" hatte zu einer Demo gegen Nationalismus eine Woche vor der Europawahl in mehreren deutschen Städten wie Hamburg, Berlin, Leipzig, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München aufgerufen. Für ein "nachhaltiges, friedliches und solidarisches" Europa kamen am Sonntag nach Schätzungen der Polizei rund 2000 Freiburgerinnen und Freiburger zusammen. Die Veranstalter sprachen von 5000.

Kinder und Erwachsene mit Plakaten und in fröhlicher Stimmung skandieren auf dem Platz der Alten Synagoge für ein freies Europa. "Es ist von großer Bedeutung, dass wir uns alle, vor allem junge Menschen, für Europa engagieren", findet die 37-jährige Katja Stern aus Freiburg.

Martin Horn war auch dabei

"Europa ist das größte Friedensprojekt der Welt, das neu gestaltet werden muss", sagt Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn, der mit seiner Familie an der Großdemo teilnimmt. Mit seiner Rede gibt er den Startschuss für den Demonstrationszug, der musikalisch begleitet durch die Eisenbahnstraße zum Hauptbahnhof zieht und über Fahnenbergplatz und Bertoldsbrunnen zurück zum Ausgangspunkt kehrt.

"Wir wollen vor allem Leute bewegen, am 26. Mai wählen zu gehen", sagt Monika Herrmann, Vorsitzende des Vereins für interkulturelles Theater und Moderatorin der Demo. 69 zivilgesellschaftliche Vereine und Organisationen aus Freiburg unterstützen die Veranstaltung, unter anderem der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald, die jugendliche Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" und die Freiburger "Omas gegen Rechts". Auch Mitglieder verschiedener Parteien machen mit.

"Im April haben wir mit den sehr aufwendigen Vorbereitungen angefangen", erzählt Monika Herrmann. Beim Aufbau der Bühne zum Beispiel habe das Bündnis "Seebrücke" in Freiburg besonders mitgeholfen.

Bis 21 Uhr ist ein Programm geplant aus Musik und Reden. Der Freiburger Rüstungskritiker Jürgen Grässlin zum Beispiel fordert den Stopp aller Waffenexporte in Krisen- und Kriegsgebiete, an Diktatoren und Repressoren. "Unser Europa öffnet die Grenzen für Menschen – und schließt die Grenzen für Waffen." Weitere Redner, darunter der frühere SPD-Europaabgeordnete Dieter Elchlepp, thematisierten Sicherheitspolitik, Klimaschutz und die Gefahr von Nationalismus. Musikgruppen wie der "Süduferchor" und die Hip-Hop-Truppe "Bottom Lip" machen die Großveranstaltung zu einem Europafest.