Teamplayer der Zukunft

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Mo, 22. Juli 2019

Bonndorf

Bewegender Abschied der Schulentlassschüler des Bildungszentrums Bonndorf.

BONNDORF. Die Schulentlassfeier der Real- und Werkrealschule wird in die Annalen des Bildungszentrums eingehen. Zum letzten Mal nämlich wurden in diesem Jahr Schüler der Werkrealschule auf ihren weiteren Lebensweg entlassen. Mit Ende des Schuljahres 2018/2019 endet die Geschichte der einstigen Haupt- und späteren Werkrealschule am Bonndorfer Bildungszentrum.

77 Schüler der Realschule sowie 14 weitere der Werkrealschule standen im Mittelpunkt der Feier (siehe "Start in neuen Lebensabschnitt" auf dieser Seite). Sie hatten das Programm der Feier selbst organisiert – eine weitere Besonderheit in diesem Jahr. Den vorausgehenden ökumenischen Entlassgottesdienst gestaltete musikalisch der Gospelchor Blue Note.

Schülersprecher
Patrik Raißer, Schülersprecher der Werkrealschule, fasste die gemeinsame Zeit zusammen: "Wir sind als Chaoten gekommen, jetzt sind wir ein Team. Ihr könnt stolz auf uns sein. Wir sind es auch." Ein gesundes Selbstbewusstsein spricht aus solchen Worten, die in der Erkenntnis mündeten, dass den Schulabgängern viele Möglichkeiten offen stehen und alle die Chance haben, ihre Wünsche und Träume zu verwirklichen. Nicola Baldischwiler, Schülersprecherin der Realschule, räumte ein, dass ihr beim Gedanken daran, dass sie einige ihrer langjährigen Wegbegleiter vielleicht nie wiedersehen könnte, fast die Tränen kommen. Denn Schule sei nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort, an dem man Freunde fürs Leben gewinnen und Gemeinschaftserlebnisse haben kann.

Rektoren und Elternvertreter
Worte des Dankes und gegenseitiger Anerkennung gab es von Schüler-, Lehrer- und Elternseite. Ein wichtiges Zwischenziel sei erreicht, gab Tilman Frank, derzeitiger Leiter der Realschule, den Jugendlichen mit auf den Weg. "Wir haben euch gerne begleitet. Die Schule war ein geschützter Raum, in dem ihr euch entwickeln, ausprobieren und austoben konntet. Jetzt seid ihr hoffentlich stark genug, eure eigenen Standpunkte zu vertreten, auch wenn es unbequem ist, Zivilcourage zu zeigen und Verantwortung für euch und andere zu übernehmen. Denn wir brauchen euch. Nicht für die Rente, sondern um die Welt lebenswert zu erhalten."

Birgitta Stephan, Rektorin der Werkrealschule, ermunterte in Anlehnung an Michael Endes Werk "Momo", nicht zu viel auf einmal, sondern vor allem den jeweils nächsten Schritt im Auge zu behalten. Darko Murat zollte im Namen der Eltern Anerkennung, in welch kurzer Zeit aus schüchternen Fünftklässlern charmante junge Frauen und Männer geworden seien und dankte den Lehrkräften für deren Anteil an der Entwicklung der Heranwachsenden. Im sportlichen Vergleich appellierte er an die Eigenverantwortung der Jugendlichen. "Mit Chillen werdet ihr die höchsten Gipfel nie erreichen. Das Leben will gelebt werden. Meistert euer Leben kreativ", forderte der Elternbeiratsvorsitzende auf.

Die Schulband unter Leitung von Mathias Veit bot den idealen musikalischen Rahmen zur Feier, durch das Programm führten die Schülersprecherinnen Angelina Dietsche und Magdalena Malich. Neuntklässler der Werkrealschule bereicherten die Veranstaltung ebenso wie eine Bilderschau der 10 c und ein Gesangsvortrag von Nicola Baldischwiler mit Lady Gagas "Shallow".

Die Besten
14 Schüler wurden für herausragende Leistungen geehrt (siehe "Die Besten mit Preisen bedacht" auf dieser Seite). Nach einjähriger Unterbrechung gab es auch wieder den Sozialpreis des Rotary Clubs. Leonie Wehinger, Magdalena Malich, Nicola Baldischwiler und Miriam Zierow wurden geehrt für Mut, Hilfsbereitschaft, Empathiefähigkeit, aber auch ihren Einsatz beim Streitschlichten oder als Schülermentoren sowie ehrenamtliches Engagement in ihrer Freizeit. Weitere 21 Schüler erhielten ein Lob für außergewöhnlich gute Abschlussnoten.

Die Voraussetzungen für ein Lob an der Werkrealschule sind ein Notendurchschnitt von 2,4 oder besser. An der Realschule erhalten Schüler für Leistungen von 1,0 bis 1,4 einen Preis und von 1,5 bis 1,9 ein Lob. Die Zukunft der Schulabgänger sieht bunt aus. Sechs der 14 Werkrealschüler werden die 10. Klasse der Werkrealschule in Grafenhausen besuchen, zwei wechseln an weiterführende Berufsfachschulen und sechs beginnen eine Berufsausbildung. Von den 77 Realschülern werden 38 ein Gymnasium besuchen, elf ein Berufskolleg. 28 Jugendliche beginnen eine Berufsausbildung.