Tischtennis und viel Miteinander

Jutta Geiger

Von Jutta Geiger

Sa, 28. September 2019

Auggen

Tischtennisverein Auggen ist 50 Jahre alt geworden / Einst wurde auch mal eine Hobelmaschine zur Tischtennisplatte umfunktioniert.

AUGGEN. Dieses Jahr kann der Tischtennisverein Auggen, ein Traditionsverein, der schon zweimal eine Saison in der Badenliga gespielt hat, auf 50 Jahre Vereinsgeschichte zurückschauen. Hervor ging der insgesamt durchaus erfolgreiche Verein aus dem Turn- und Sportverein, und er kann seine ganz eigene Geschichte mit Höhen und Tiefen vorweisen. In der Anfangszeit spielte sogar mal eine Hobelmaschine eine Rolle. Und: Das Miteinander spielt eine wichtige Rolle.

Die Geschichte
Im Jahr 1968 gab es in Auggen nur einen Sportverein: den Turn- und Sportverein (TuS). Einige seiner Mitglieder begannen damals mit dem Tischtennisspielen. Als sich ein fester Kreis gebildet hatte, der regelmäßig spielte, besorgte man sich aus Düsseldorf eine Tischtennisplatte, die von den Spielern aus eigener Tasche bezahlt wurde. Als Trainingsraum diente die Werkstatt der ehemaligen Schreinerei Häuber an der Ochsengasse. Dann kam die Idee einer eigenen Abteilung auf, der die Generalversammlung des TuS im Frühjahr 1969 zustimmte.

Werbung wurde gemacht, und schon bald hatte die Tischtennisabteilung 50 Mitglieder, darunter viele Jugendliche. Beim Training musste etwas improvisiert werden, da nur die eine Tischtennisplatte zur Verfügung stand. Und so wurde das ein oder andere Mal die Hobelmaschine als zweite Platte zweckentfremdet. Was blieb, war das Problem eines geeigneten Raumes für Training und Wettkämpfe. Der Ausbau der Winzerhalle, der im Frühjahr 1969 erfolgen sollte, zog sich hin. Daher wich man in den Bürgersaal und den evangelischen Gemeindesaal aus, um Punktspiele zu absolvieren. In der Saison 1969/1970 nahm man erstmals mit je einer Jugend- und Herrenmannschaft an der Verbandsrunde teil. In der Saison 1971/1972 konnte man bereits sowohl eine zweite Herren- als auch eine zweite Jugendmannschaft melden.

Zwar war von 1973 an endlich ein Teil der Winzerhalle für die Tischtennisabteilung verfügbar, jedoch wurde die zu schwach ausgeleuchtete Halle bemängelt, bei der man für das Licht tatsächlich mit Zwei-Mark-Stücken bezahlen musste, was natürlich immer dann in Dunkelheit endete, wenn es um wichtige Punktspiele ging.

Im Jahr 1987 folgten die Aktiven der Idee der Fußballer und traten aus dem TuS aus, um als eigenständiger Verein weiterzumachen. Die sportlichen Erfolge: 2005/2006 Aufstieg in die Bezirksklasse, 2007/2008 Aufstieg in die Südbadische Landesliga, 2010 Teilnahme an den Deutschen Pokalmeisterschaften der Herren-B in Köln, 2011/2012 Aufstieg in die Verbandsliga, 2012 Teilnahme an den Deutschen Pokalmeisterschaften der Herren-C in Chemnitz, 2015/2016 Aufstieg in die Badenliga und 2018 Teilnahme an den Deutschen Pokalmeisterschaften Herren-A in Baiersbronn.

Aktuelles
Derzeit hat der Auggener Tischtennisverein rund 150 Mitglieder, davon etwa 70 Aktive, wovon insgesamt 25 auf den Jugendbereich entfallen. Der Verein nimmt in der Saison 2019/2020 mit zehn Mannschaften am Ligabetrieb teil, davon sieben im Erwachsenen- und drei im Jugendbereich.

Zum Ende der Saison 2018/2019 beendete der TTV Auggen seinen zweiten Ausflug in die Badenliga, dieses Mal mit einem letzten Platz, so dass es nun in der Verbandsliga weitergeht. Ein Grund für diese enttäuschende Bilanz ist sicherlich die personelle Situation, bedingt durch kurzfristige Wechsel und Verletzungen. Denn fast nie spielte die Mannschaft in derselben Aufstellung, sondern insgesamt 20 Einzelspieler waren in der Mannschaft aktiv, die insgesamt 32 Doppelpaarungen bildeten, was selbstverständlich an ein routiniertes Spiel überhaupt nicht denken ließ.

Doch aus dem Misserfolg hat man gelernt: Die erste Mannschaft wurde personell verändert. Und beim TTV Auggen geht es um weit mehr, als nur um Tischtennis, denn das Miteinander ist so wichtig wie der Sport. Dafür organisiert der Verein jährlich ein Sommerfest, eine Weihnachtsfeier und eine Vereinsmeisterschaft, die mit großem Frühstücks- und Brunchbuffet für die ganze Familie beginnt. Der TTV Auggen unterstützt zudem beim Winzerfest sowie dem Kreativ- und Adventsmarkt den Auggener Winzerkeller, engagiert sich aber auch sozial. So wurde in Kooperation mit dem in Weil am Rhein ansässigen Verein TT-Scouting 2017 einem kubanischen Jugendlichen ein sechsmonatiger Aufenthalt im Deutschland mitsamt sprachlicher Ausbildung ermöglicht. Nennenswert war auch die Kooperation mit der Karl-Rolfus-Schule in Herten bei Rheinfelden, einer Einrichtung für körperlich und geistig behinderte Kinder, wo der TTV Auggen im Rahmen eines Sportprojekts den Schülern Tischtennis näher brachte.

Dass es nicht unbedingt die Badenliga sein muss, um spannende Spiele zu sehen, war beim Saisonauftakt am 21. September zu sehen, als der TTC Grün-Weiß Konstanz zu Gast war. Beide Gegner waren nahezu gleichstark, und am Ende hieß es 8:8 unentschieden.

Die nächsten Heimspiele der ersten TTV-Mannschaft in der Sonnberghalle sind am heutigen Samstag, 28. September, 19.30 Uhr, und am morgigen Sonntag, 29. September, 11 Uhr; dann erst wieder am Samstag, 30. November, 19.30 Uhr, und am Sonntag, 1. Dezember, 11 Uhr, sowie am 7. und 14. Dezember, jeweils 19.30 Uhr.