Stellplatz fürs Wohnmobil wird teurer

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Do, 14. November 2019

Todtmoos

Für eine Übernachtung werden nun 18 statt bisher zwölf Euro fällig / Kontroverse Diskussion im Todtmooser Gemeinderat.

TODTMOOS. Im Frühjahr dieses Jahres wurde in Todtmoos der Wohnmobilstellplatz eröffnet, bislang fiel ein Nutzungsentgelt von zwölf Euro pro Nacht an. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag erhöhte das Gremium nun nach kontroverser Diskussion das Nutzungsentgelt auf 18 Euro pro Nacht.

Viel bietet der im Frühjahr seiner Bestimmung übergebene Wohnmobilstellplatz. In der bislang erhobenen Nutzungsgebühr von zwölf Euro sind Wasser, Abwasser, Strom, Dusche, Müll, WLAN, Betreuung rund um die Uhr, Grillplatznutzung sowie die Kurtaxe (2,10 Euro) enthalten, zählte Bürgermeisterin Janette Fuchs auf. Dies bedeute umgerechnet auf die Person unter dem Strich 3,90 Euro pro Nacht. Ab zwei Übernachtungen erhalten die Wohnmobilisten zusätzlich die Gästekarte mit Konus. Und im kommenden Jahr sollen noch Waschmaschine und Trockner angeschafft werden.

Aufgrund der angebotenen Leistungen regte die Rathauschefin die Erhöhung des Nutzungsentgelts um sechs Euro auf 18 Euro an, was auch dem Vorschlag der Betreiber entspreche. Eine Befragung der Betreiber unter den Nutzern habe ergaben, dass diese den Platz als sehr günstig einschätzten, so Bürgermeisterin Jeanette Fuchs weiter.

Rechnungsamtsleiter Uwe Bonow hatte Einnahmen und Ausgaben zusammengestellt. Die Einnahmen bezifferte er auf 14 906 Euro, die Ausgaben auf 14 070 Euro. Auf Ausgabenseite schlagen insbesondere die Kurtaxe (5765 Euro) und Personalkosten (5000 Euro) zu Buche. Im kommenden Jahr wird man für einen zusätzlichen Minijob weitere 5000 Euro aufwenden müssen. Das Defizit bezifferte Bonow unter Berücksichtigung von Abschreibungen auf rund 8440 Euro ohne Berücksichtigung von Bauhofleistungen und Leistungen Dritter.

Angesichts der Leistungen und der Betreuung rund um die Uhr sei ein Nutzungsentgelt von 18 Euro durchaus angemessen, stimmte Jörg Zimmermann (CDU) dem Vorschlag der Rathauschefin zu. Die Erhöhung auf 18 Euro sei ein großer Schritt, aber die im kommenden Jahr zusätzlich anfallenden Personalkosten sprächen für die angestrebte Erhöhung, sagte Christian Zumkeller (CDU). Und wenn auch die Betreiber ein Nutzungsentgelt von 18 Euro für angemessen hielten, sei das in Ordnung. So sah dies auch Dirk Haselwander (Freie Wähler). Sein Fraktionskollege Andreas Faschian erklärte, er könne ebenfalls mit 18 Euro leben, regte aber an, ab einer bestimmten Anzahl von Übernachtungen das Entgelt zu reduzieren.

Davon hätten die Betreiber abgeraten, erklärte die Rathauschefin, nicht zuletzt in Hinblick auf die Tatsache, dass an warmen Tagen die Klimaanlagen in den Wohnmobilen den ganzen Tag liefen. Man habe viel Geld in den Wohnmobilstellplatz investiert, daher müsse man dafür sorgen, dass die Kosten gedeckt seien, so Michael Schmitz (Freie Wähler). Der Sprung von zwölf auf 18 Euro sei aber zu heftig. Schmitz regte eine Nutzungsentgelt von 16,50 Euro an. Jörg Oehler (Freie Wähler) sprach sich dagegen für eine Erhöhung des Nutzungsentgeltes auf lediglich 15 Euro aus. In einem Magazin, in dem Wohnmobilstellplätze vorgestellt würden, sei beim Todtmooser Stellplatz ein Preis von zwölf Euro verzeichnet. Darauf würden sich die Nutzer verlassen, fuhr Oehler fort und wies auf die in Deutschland durchschnittlichen Nutzungsentgelte von 9,99 Euro hin. Oehler befürchtet bei einer deutlichen Erhöhung des Nutzungsentgeltes eine geringere Frequentierung.

Die Abstimmung viel letztlich eindeutig zugunsten der Erhöhung auf 18 Euro pro Tag aus, für die acht Räte votierten.