Gemeinderatssitzung

Tourismus beschert Winden Zuwächse

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Mo, 23. Mai 2022 um 11:30 Uhr

Winden im Elztal

Winden hat 2021 einen Zuwachs an Übnernachtungen verzeichnet, wie Nicola Kaatz von der Zweitälerland-Tourismus-Gesellschaft dem Gemeinderat berichtet hat.

Der Gemeinderat Winden ist in das "Wohnzimmer der Gemeinde" zurückgekehrt, sagte Bürgermeister Klaus Hämmerle. Erstmals nach 27 Monaten fand die Sitzung wieder im Bürgersaal im Rathaus statt. Sie war bestimmt von Berichten über den Tourismus im Zweitälerland 2021 und der Vorstellung der neuen Helfer-vor-Ort Gruppe (HVO) in Winden.

Zahl der Gästeankünfte ist leicht gestiegen

Die Zahl der Gästeankünfte im Zweitälerland (ZTL) hat sich stabilisiert, die Übernachtungen sind leicht gestiegen. Beides blieb aber unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019, resümierte Nicola Kaatz, Geschäftsführerin der ZTL-Tourismus-Gesellschaft, die letztjährige Entwicklung. Positiv hoben sich die Zahlen für Winden ab. 2021 gab es hier 13 849 oder zehn Prozent mehr Ankünfte als im Vorjahr. Der Zuwachs bei den 55 925 Übernachtungen betrug 15,7 Prozent, in der Gastronomie allein 20,5 Prozent. In Elzach und Biederbach dagegen gab es ein Minus.

Winden verzeichnet mehr Übernachtungen als Waldkirch

Winden rangierte damit an zweiter und dritter Stelle unter den sieben ZTL-Gemeinden und verzeichnete mehr Übernachtungen als Waldkirch, wo mit über 40 Prozent Geschäftsreisenden die Aufenthaltsdauer kürzer war. Wegen des Trends zum Inlandsurlaub stieg die Aufenthaltszeit im Mittel von 3,8 auf 4,3 Tage an. In Winden blieb man vier Tage, in Ferienwohnungen sogar 6,6 Tage. Die Auslastung der Betten war mit 24 Prozent bescheiden, in der Gastronomie mancherorts sogar noch darunter. Bauernhöfe kamen auf über 30 Prozent. In Winden lag die Auslastung demgegenüber bei 45 Prozent, was vor allem mit einem Hotel zusammenhing.

Betriebe haben Öffnungszeiten reduziert

Der Anteil der deutschen Gäste im ZTL stieg von 75 auf 85 Prozent; zehn Prozent waren EU-Ausländer. 2020 und 2021 kamen auch mehr jüngere Gäste unter 35 Jahre, berichtete Kaatz; in Winden oder Simonswald waren es aber überwiegend Feriengäste und nur fünf bis zehn Prozent Geschäftsreisende. Franka Weis (SPD) fragte nach den Folgen von Corona für die Betriebsfähigkeit der Anbieter. Die Bettenzahlen schwankten, ohne einen klaren Rückgang, stellte Kaatz dazu fest. Wegen Personalmangels hätten Betriebe jedoch Öffnungszeiten reduziert oder sich mit zusätzlichen Ruhetagen beholfen.

Neue Helfer-vor-Ort-Gruppe ist gebildet

Im zweiten Vortrag stellte Samuel Scherer vom Deutschen Roten Kreuz Ortsverein Elzach (DRK) eine neue HvO-Gruppe für Winden vor. Gegenüber vorher bilden beide Ortsteile jetzt ein Einsatzgebiet; die Gruppe zählt derzeit fünf ausgebildete Helfer. Alarmiert werden die Gruppen nach Notruf über die Integrierte Leitstelle; und zwar immer dann, wenn Rettungsfahrzeuge gebunden oder gute Ortskenntnisse verlangt sind. Matthias Guski, Vorsitzender des DRK Elzach, hatte eine Helfer-Ausstattung im Sitzungssaal platziert, die rund 1400 Euro kostet. Scherer warb um Spenden, besonders aber um weitere Helfer. Bürgermeister Hämmerle sagte zu, über die Gemeinde für die neue Hilfseinrichtung im Ort zu werben. Auf seinen Antrag beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Gruppe bei Bedarf finanziell zu unterstützen.