Trauer um Gründungsvater der Grünen im Landkreis

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 26. November 2019

Sasbach

Otto Bury, Handwerkermeister, DRK-Aktiver und Aktivist im Kampf gegen das AKW Wyhl, ist an seinem 96. Geburtstag gestorben.

SASBACH (BZ). Otto Bury, Handwerksmeister, Alt-Kreisrat, ehemaliger Sasbacher Gemeinderat, Aktivist im Kampf gegen das Atomkraftwerk in Wyhl sowie Gründungsvater der Grünen im Landkreis, ist am Samstag, 23. November, an seinem 96. Geburtstag gestorben.

Otto Bury war ein vielfältig engagierter Mensch. Geboren in Achern/Ortenau absolvierte er eine Lehre als Blechner und Sanitärinstallateur, wurde aber mit 18 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen. Nach drei Jahren Kriegsgefangenschaft kehrte er heim. Nach dem Krieg waren Handwerker gefragt. Bury legte die Meisterprüfung als Blechner- sowie Gas- und Wasserinstallateur und kam 1954 nach Sasbach, wo er ein Blechner- und Sanitärgeschäft eröffnete. Geprägt von dem im Krieg erlebten, war Bury im selben Jahr Gründungsmitglied des DRK-Ortsvereins Sasbach und dort viele Jahre als Ausbilder und Vorsitzender tätig. Zudem engagierte er sich im zivilen Katastrophenschutz im Landkreis Emmendingen, auch als Ausbilder. Otto Bury war auch Mitbegründer des Sasbacher Heimat- und Geschichtsvereins. "Wir kannten ihn als freundlich, klugen, sozial und politisch engagierten Menschen, der auch im hohen Alter noch ein großes politische Interesse zeigte", betonen Grünen-Kreisrat Axel Mayer und der frühere Sasbacher Gemeinderat Michael Sellner in einem Nachruf. Ebenso wie viele Kaiserstühler hätten die erfolgreichen Bauplatzbesetzungen gegen das AKW in Wyhl und zuvor gegen das Bleichemiewerk in Marckolsheim Otto Bury geprägt. "Aus dem aktiven Bauplatzbesetzer und Mitstreiter der Bürgerinitiativen wurde auch einer der grünen Gründungsväter im Landkreis Emmendingen."

Otto Bury war von 1984 bis 1989 Mitglied im Kreistag und im Sasbacher Gemeinderat. Burys Hoftor – direkt neben dem Rathaus – sei bis zuletzt Anschlagtafel für Plakate, politische Protestaufrufe und Veranstaltungshinweise gewesen. In seinem "Stüble" trafen sich nicht nur die Bürgerinitiativen, dort empfing er auch Petra Kelly und Gäste aus dem Wendland.

Er habe das politische Geschehen auch aus dem Endinger Altersheim verfolgt, so Mayer und Sellner. Man trauere um "einen engagierten, herzensguten und klugen Weggefährten und Mitstreiter".