Haareschneiden

ÜBRIGENS: Die Frisur in der Krise

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Do, 09. April 2020

Emmendingen

"Na, beim Frisör gewesen?", fragt die Kollegin auf dem Redaktionsflur und grinst als der Autor sich über den raspelkurzen Haaransatz fährt, den die bessere Hälfte am Wochenende in Form brachte – wie immer mit dem Langhaarschneider, turnusgemäß alle vier Wochen. Nun hat nicht jeder in diesen Zeiten das Glück, die Frisur im heimischen Badezimmer mit wenigen Handgriffen gebändigt zu bekommen. Seit Wochen schon hat der Frisör geschlossen, aber die Haare wachsen munter weiter. Und nun stehen auch noch die Osterfeiertage an – selbst wenn nicht im gewohnten Kreis gefeiert werden kann. Mit grauem Haaransatz oder schlecht sitzender Frisur will sich keiner an Festtagen den Lieben zeigen, selbst wenn er bei der Arbeit im Homeoffice nicht mal mehr aus der ausgebeulten Jogginghose steigt. Das Coronavirus sorgt derzeit nicht nur in sondern auch auf vielen Köpfen, nun ja, für einen gewissen Ausnahmezustand. Und das könnte noch Schlimmer werden. Wilde Strähnen, die in alle Himmelsrichtungen stehen, dichte Haarnester à la Donald Trump oder geflochtene Zöpfe, Pferdeschwänze oder die Frisur verhüllt durch Kopftücher? Die nächsten Wochen werden zeigen, wie die Haar-Krise gemeistert werden kann, bis die Frisöre endlich wieder öffnen. Dringend davor abgeraten sei übrigens von der berüchtigten Kochtopf-Methode. Es dauert furchtbar lange, bis eine verschnittene Haarpracht wieder nachgewachsen ist – es sei denn, man hat nicht mehr allzu viele davon auf dem Kopf. Dann ist man klar im Vorteil.