Kundgebung

Ultras und Kurden demonstrieren in Freiburg gegen Polizeigesetze und die Türkei

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Sa, 12. Oktober 2019 um 19:04 Uhr

Freiburg

Rund 500 Menschen haben sich zu zwei Kundgebungen am Samstagabend auf dem Platz der Alten Synagoge versammelt. Freiburger Ultras kritisierten die Polizeigesetze, Kurden die Türkei-Offensive.

Mehr als 500 Menschen haben sich am Samstagabend auf dem Platz der Alten Synagoge zu zwei Kundgebungen versammelt. Neben Freiburger Ultras, die wie in anderen Städten landesweit gegen geplante Verschärfungen der Polizeigesetze protestierten, waren wie an den Tagen zuvor Hunderte Kurden ins Stadtzentrum gekommen, um gegen die Türkei-Offensive in Syrien zu demonstrieren.

Protest mit Stadionbanner und gelb-rot-grünen Fahnen

Rund 250 Menschen nahmen gegen 17.45 Uhr an der Kundgebung teil, zu der unter anderem die "Corrillo Ultras" aufgerufen hatten. In ihren Redebeiträgen warnten die Vertreter, darunter neben der SC-Fangruppe auch solche von der Antifaschistischen Linken, vor den Plänen von Innenminister Thomas Strobl, das Polizeigesetz in Baden-Württemberg zu ändern. Sie sprachen von einer "unzumutbaren Bedrohung", "Entgrenzung der Befugnisse" und Repression durch Polizeigewalt rund um Fußballspiele und darüber hinaus. Eine mögliche Ausweitung der Schleierfahndung sowie weitere Maßnahmen wie der Zugriff mit einer Spähsoftware auf Smartphones und der erweiterte Einsatz von Bodycams auch in Privatwohnungen würden die Grund- und Freiheitsrechte weiter beschränken, betonten die Teilnehmer der friedlichen Kundgebung.

Nahtlos schloss sich ein Teil der Fußballfans der Demonstration von Kurden an. Diese protestieren seit Dienstag gegen den Einmarsch der Türkei in kurdische Gebiete in Nordsyrien. Mit gelb-rot-grünen Fahnen zogen insgesamt mehr als 500 Menschen, von kurdischen Frauen angeführt, lautstark und friedlich über die Bertoldstraße und Kaiser-Joseph-Straße durch die Innenstadt. Der Tramverkehr war vorübergehend unterbrochen. Das Kurdische Demokratische Gesellschaftszentrum Freiburg sprach von 2000 Teilnehmern. Es hatte bereits am Freitagabend Hunderte Menschen mobilisiert, gegen den Krieg der Türkei in Rojava auf die Straße zu gehen.