Naturalie Emmer

Unterschätztes Korn: der Emmer

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 14. März 2019 um 08:33 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Dass Ihnen Emmer hierzulande mal auf einer Speisekarte im Restaurant begegnet, ist eher unwahrscheinlich. In anderen Ländern ist das aber ganz anders.

Im Italienurlaub sollten Sie mal Ausschau halten nach Farro – so nennen die Italiener diese Getreideart, die zu den ältesten kultivierten der Welt zählt.

Vor mehr als 10 000 Jahren schon wurde die Weizenart im Nahen Osten angebaut, viele tausend Jahre lang war Emmer ein Grundnahrungsmittel. Allerdings eines, das mühsam anzubauen und sehr empfindlich war. Die weitaus ertragreicheren Arten Weizen und Dinkel haben es schnell verdrängt. Dabei stecken in dem äußerst widerstandsfähigen Korn mehr Eiweiß und Mineralstoffe als in seinen Kollegen.
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Vor allem mit Carotinoiden kann das auch Zweikorn genannte Getreide aufwarten. Diese natürlichen Farbstoffe können unsere Zellen vor Schäden schützen und kommen zudem der Sehkraft zugute. Viel Vitamin E – prima für Haut, Gefäße und Immunsystem – sowie ordentliche Mengen an Magnesium, Eisen und Zink machen den Emmer zu einer der gesündesten Getreidearten. Und er schmeckt: herzhaft-aromatisch, fast ein bisschen nussig. Backen mit Emmer verlangt aufgrund der eher schlechten Klebeeigenschaften des Korns Fingerspitzengefühl und Erfahrung, Emmermehl wird am besten mit anderen Sorten gemischt. Anfänger versuchen sich erst mal mit Emmerflocken im Müsli oder mit Perl-Emmer, der wie Reis verarbeitet oder zu Risotto verrührt werden kann. Oder bestellen Sie einen Emmereintopf "Zuppa al farro" in Italien.