Ziviler Einsatz

Unterstützung durch die Bundeswehr in den Impfzentren

bz, hsl

Von BZ-Redaktion & Helmut Seller

Mi, 07. April 2021 um 20:15 Uhr

Offenburg

Seit Oktober 2020 helfen Aktive und Reservisten der Bundeswehr bei der Bekämpfung der Pandemie in der Ortenau. Auch Reservisten spielen dabei eine große Rolle.

Acht Soldaten des Jägerbataillons 291 aus Müllheim unterstützen seit Anfang April die Kreisimpfzentren (KIZ) in Lahr und Offenburg. Während der Öffnungszeiten der Impfzentren übernehmen die Soldaten Verwaltungsaufgaben beim Anmeldeverfahren. So überprüfen sie beispielsweise die Impfberechtigungen am Eingang, helfen beim Check-out der Impflinge, kontrollieren, ob alle Unterschriften vollständig sind und bedienen das Buchungssystem. "Wir freuen uns sehr über die tatkräftige Unterstützung der Bundeswehr", bedankt sich KIZ-Leiterin Diana Kohlmann vom Landratsamt. "Die Bundeswehr hilft uns seit Ausbruch der Corona-Pandemie wiederholt, indem sie uns Einsatzkräfte zur Verfügung stellt. Dafür sind wir sehr dankbar", so Kohlmann.

Bereits seit Oktober 2020 unterstützen Soldaten der Bundeswehr das Gesundheitsamt des Ortenaukreises bei der Kontaktpersonenermittlung, aktuell sind 50 Soldaten dabei im Einsatz. Auch bei der Testung von Mitarbeitern, Besuchern und Externen in Ortenauer Pflegeheimen waren Soldaten beschäftigt. "Wir machen, was notwendig ist und wir leisten Hilfe, so lange es nötig ist", erklärt Oberst Thomas Köhring. Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg. Das Landeskommando in Stuttgart repräsentiert die Bundeswehr gegenüber der Landesregierung Baden-Württemberg in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit.

Eine große Rolle spielen bei solchen Einsätzen auch die Reservisten der Bundeswehr, die etwa in der Kreisgruppe Baden-Südwest zusammengefasst sind, wie der zuständige Kreisvorsitzende Robert Orzschig im BZ-Gespräch erläutert. Zwar darf die Bundeswehr nach dem Grundgesetz im Inneren gar nicht eingesetzt werden, es sei denn es liegen Nöte vor im Bereich von Katastrophen (heftige Schneefälle, Hochwasser, schwere Unglücksfälle), aber auch der aktuellen Pandemie, die nicht mehr durch die regulären Blaulichtorganisationen bewältigt werden können. Dann kann laut Orzschig das Kommando territoriale Angelegenheiten der Bundeswehr, ehemals Heimatschutz, über die Landräte angefordert werden.

Kreisverbindungskommando hat ein Büro im Landratsamt

In jedem Landkreis ist ein Kreisverbindungskommando angesiedelt, über das nach einem Hilfs- und Unterstützungsantrag durch den Landrat rasch Hilfe organisiert werden kann. Im Kreisverbindungskommando Offenburg etwa gibt es monatliche Zusammenkünfte von einem Dutzend fest beorderter Reservisten und einmal im Jahr eine ganztägige Stabsrahmenübung mit den Blaulicht-Organisationen.

Das Kommando hat dauerhaft ein festes Büro im Landratsamt. Wird Hilfe benötigt, so kann nach Genehmigung durch das Landeskommando auf Hunderte Reservisten zurückgegriffen werden, die sich außerhalb ihrer regulären Berufe zu Einsätzen bereit erklärt haben. Bundesweit hatte die Bundeswehr laut Orzschig allein aufgrund der Corona-Pandemie mehr als 3000 Unterstützungsanfragen – etwa für Impfzentren, zur Kontaktnachverfolgung, für mobile Hilfstrupps und in einigen Fällen bei Schnelltests in Alters- und Pflegeheimen.

Weit mehr als 2300 davon wurden bereits abgearbeitet. Allein im südbadischen Bereich waren zuletzt rund 380 Reservisten aktuell im Einsatz, fast 600 haben seit Beginn der Pandemie ausgeholfen. In aller Regel stellen die Arbeitgeber die Hilfswilligen für die Einsätze teils für mehrere Wochen frei. "Es gibt in der Regel großes Verständnis bei den Arbeitgebern in unserer Region. Dafür können wir nur danke sagen", sagt Robert Orzschig. Verpflichtet, Reservisten freizustellen, sind die Arbeitgeber nicht.