21. Verhandlungstag

Urteil im Mordprozess gegen Hussein K. soll am 21. März verkündet werden

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Di, 27. Februar 2018 um 07:00 Uhr

Freiburg

Das Ende zeichnet sich ab: Im Mordprozess gegen Hussein K. will das Landgericht Freiburg bis Ende März ein Urteil sprechen. Als möglicher Termin steht derzeit der 21. März im Raum.

Termin für die Urteilsverkündung
14.25 Uhr: Richterin Schenk gibt bekannt, dass vermutlich am 21. März um 9.30 Uhr das Urteil verkündet wird. Förmlich werde der Termin jedoch erst in der kommenden Sitzung bestimmt, da noch andere Termine verschoben werden müssten. Die heutige Sitzung ist beendet. Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt.

Ergänzende Aussage der Sachverständigen Gampe zum Altersgutachten
14.20 Uhr: Jetzt wird es hochkomplex. Als sachverständige Zeugin ist für den Nachmittag die Demographin Jutta Gampe geladen. Leiterin des Arbeitsbereiches für statistische Demographie am Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock. Ihre Aussage soll das Altersgutachten von Ursula Wittwer-Backofen ergänzen. Diese hatte den im Besitz von Hussein K. aufgefundenen Zahn ausgewertet und so sein Alter zwischen 22 und 26 ermittelt.

Die Sachverständige erläutert Rechenmethoden der Altersberechnung bei der Zählung der Ringe in den Zähnen (TCA-Zählung), die für Laien jedoch kaum verständlich ist. "Herr Berger, sie rechnen schon?" fragt die Vorsitzende Richterin in Richtung von Oberstaatsanwalt. Lachen im Gerichtssaal. Die Expertin erklärt: Bei einer gewünschten Sicherheit von 95 Prozent zeigt der vorliegende Zahn von Hussein K. die Altersspanne 22,89 bis 27,62; bei 99 Prozent ist diese zwangsläufig größer und beträgt 22,14 bis 28,37.

Die Vorsitzende Richterin fragt nach: Sie habe im Evaluationsgutachten gelesen, dass es für den hier vorliegenden Zahn häufiger Abweichungen nach oben geben würde. Dem sei nicht so, sagt Gampe, und grenzt ein: die mittlere Abweichung liege bei weniger als einem Jahr; sie würde aber eher von maximal 0,6 bis 0,8 Jahren schätzen. "Aber sie fragen mich hier, eine exakte Wissenschaftlerin, was ich glaube", sagt Gampe, und lacht.

"Ich werde den Rest des Nachmittags damit verbringen, ihre Aussage nachzuvollziehen." Verteidiger Glathe Richterin Schenk steigt tief in die Befragung der Expertin ein "Wie erklären sie sich die geringen Fehlervarianzen zwischen ihnen und anderen Studien?" fragt sie irgendwann. Gampe erklärt, dass hier mit extrem genauer Präparier- und Mikroskopiertechnik gearbeitet wurde - und Frau Wittwer-Backofen über jahrelange Erfahrung verfüge.

Verteidiger Glathe will wissen, ob sich in den 15 Jahren seit der Studie maßgebliche Verbesserungen in Soft- und Hardware oder -Techniken gegeben hätte. "Die Wissenschaft ist sicherlich nicht stehen geblieben", sagt die Expertin. Bei grundsätzlichen Änderungen am Verfahren müsse man die Methode noch einmal neu kalibrieren. Glathe lässt sich von der Expertin Begriffe erklären. "Ich werde den Rest des Nachmittags damit verbringen, ihre Aussage nachzuvollziehen", sagt der Anwalt. Kichern ist im Gerichtssaal zu hören.

Angaben von Hussein ...

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