Bruchsal

Verunglücktes Kleinflugzeug hatte keine Landeerlaubnis

Annika Grah, dpa

Von Annika Grah & dpa

So, 21. Juli 2019 um 09:17 Uhr

Südwest

Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges in Bruchsal hat die Polizei nähere Angaben zur Identität der drei verunglückten Insassen gemacht. Die Ursache für den Absturz aber ist noch unklar.

Schock zur Haupteinkaufszeit: Mitten in einem Gewerbegebiet in Bruchsal ist ein Kleinflugzeug abgestürzt und an einem Baumarkt zerschellt. Die drei Insassen des Fliegers sterben. In dem Markt waren zum Zeitpunkt des Unglücks am Samstag mehrere Hundert Menschen - wie durch ein Wunder wird am Boden niemand verletzt. Die Ursache des Absturzes war auch am Sonntag noch unklar. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung muss die Wrackteile nun begutachten, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei den Insassen des Kleinflugzeugs handelt sich nach Polizeiangaben um einen 80 Jahre alten Mann aus Bayern, der "höchstwahrscheinlich" Pilot der Maschine war, seine 60 Jahre alte Lebensgefährtin und ihren 32-jährigen Sohn. Sie waren nach Angaben der Polizei in der Nähe von Olpe (NRW) gestartet und wollten nach Dachau (Bayern).

Eigentlich dürfen auf dem Flughafen nur Mitglieder des örtlichen Vereins landen

Die Maschine war am Samstag während der Haupteinkaufszeit mitten in einem Gewerbegebiet abgestürzt und gegen die Fassade auf der Rückseite eines Baumarktes geprallt. Es gebe Hinweise, dass ein Landeversuch auf einem benachbarten Flugplatz missglückt sei, hatten die Ermittler nach dem Absturz mitgeteilt.
Direkt neben dem Baumarkt wenige Hundert Meter von der Autobahn A5 entfernt liegt ein Flugplatz mit Graspiste. Eigentlich dürfen dort nur Mitglieder des örtlichen Luftsportvereins starten und landen. Fremde Flugzeuge müssen eine Genehmigung per Funk einholen. Das sei in dem Fall nicht passiert, sagte Peter Huber, der Flugleiter des Flugplatzes ist, aber an dem Tag nicht im Dienst war, der Deutschen Presse-Agentur. Seine Kollegen vom Flugplatz hätten versucht Funkkontakt aufzunehmen - aber keine Antwort erhalten.

Huber selbst hielt sich zu dem Zeitpunkt auf dem Gelände auf. "Ich habe schnell gemerkt, da stimmt was nicht", sagte er. "Die Maschine hat beim Versuch der Landung noch einmal durchgestartet." Dabei habe sie auf eine Gruppe von zehn Vereinsmitgliedern zugehalten. Die konnten sich durch Sprünge zur Seite retten. Huber, der selbst bei der freiwilligen Feuerwehr ist, war als erster an der Unglücksstelle.
Das Kleinflugzeug hatte einen Zaun durchschlagen, an der Fassade des Baumarktes selbst waren aus der Ferne nur wenige Spuren zu erkennen. Es handelte sich bei dem Flugzeug um ein französisches Modell, das überwiegend aus Holz gebaut ist. Die Mitarbeiter des Baumarktes handelten geistesgegenwärtig und evakuierten das Gebäude noch vor Eintreffen der Rettungskräfte. Verletzt wurde am Boden niemand.