Viel Teamgeist beim Minimarathon

Gudrun Deinzer

Von Gudrun Deinzer

Mi, 05. Juni 2019

Bonndorf

Die älteren Grundschülerinnen holen einen ersten Platz / Ida Dietsche und Finn Boll sind landkreisweit die Schnellsten ihrer Gruppe.

BONNDORF. "So oft, wie es das Wetter zugelassen hat, waren wir im Japanischen Garten trainieren", erläuterte Christiane Beha, eine der betreuenden Lehrerinnen, nach der Siegerehrung in der Turnhalle der Bonndorfer Grundschule zum diesjährigen Minimarathon. Jeder habe somit die Chance gehabt, mit zu kommen zum Wettkampf, der alle Jahre wieder für den gesamten Landkreis in Tiengen stattfindet.

"Manche haben sogar privat mit den Eltern trainiert", ergänzt Christiane Beha. Schließlich konnten insgesamt zwölf Schüler jeder Klassenstufe teilnehmen. Und weil es aus der Inklusionsklasse lediglich zehn waren, sind 58 Bonndorfer Grundschüler zum Wettkampf angetreten.

"Solche Siegerehrungen sind wichtig für die Schulgemeinschaft, weil sie Wertschätzung für alle Kinder vermitteln", sagte Matthias Mybes, der als Lehrer, ebenso wie die weiteren "Minimarathon-Kollegen" Jutta Kuhlmann und Thomas Pforte, stolz sein konnte auf diese starke Gemeinschaft, die den olympischen Geist verinnerlicht hatte. Denn die Teilnehmer sind fraglos für ihre ganze Klasse angetreten.

Rektorin Birgitta Stephan stellte sich vor die rund 250 Grundschulkinder – von denen selbstredend jedes etwas zu sagen hatte. Sie erhob einen Zeigefinger gen Hallendecke und den anderen an die Lippen. Es dauerte nur Sekunden, bis alle aufmerksam lauschten. Die Läufer der Gruppen rief sie einzeln auf und bat sie nach vorne. Jedem der Läuferkinder schüttelte die Rektorin die Hand und immer, wenn sie mit ihren Glückwünschen für die Läufergruppe durch war, brandete Jubel der ganzen Schule auf.

Erinnernd an den Wettkampf hatte Matthias Mybes für jede Gruppe ein dickes Lob im Gepäck. "Ihr habt den 12. Platz, aber das ist eine tolle Leistung, es sind nämlich 32 Mannschaften angetreten", lobte Mybes die Jungs der ersten und zweiten Klassen. Einen guten mittleren Platz belegten ihre Klassenkameradinnen mit dem fünften Rang. Den Jungs der dritten und vierten Klassen rief er zu: "Ihr hattet mit 56 Mannschaften ein sehr großes Starterfeld und habt abgeschnitten mit einem fantastischen sechsten Platz."

"Siegerehrungen sind wichtig für die Schulgemeinschaft, weil sie Wertschätzung für

alle Kinder vermitteln."

Matthias Mybes
Über deren Klassenkameradinnen, die Schülerinnen der dritten und vierten Klasse, hätte Matthias Mybes eigentlich gar nichts mehr sagen müssen: Sie konnten nämlich mit großem Stolz Goldmedaillen entgegen nehmen. Bei ihnen gesellte sich zur herausragenden Leistung das Quäntchen Glück, das oft zum Erfolg nötig ist. Das Organisationsteam des Wettbewerbs hatte sich nämlich anfänglich verrechnet und die Bonndorfer Mädels mit der Goldmedaille nach Hause geschickt. So gibt es in diesem Jahr zwei erste Plätze, denn die Grundschule Buch war eine Minute schneller.

Dass es bei allem sportlichen Teamgeist gerade auch auf die Einzelleistungen ankommt, machten die beiden schnellsten Kinder ihrer Altersklasse deutlich. Finn Boll war der mit Abstand Schnellste bei den Schülern der ersten und zweiten Klassen. "Der vorwegfahrende Fahrradfahrer musste sich anstrengen, nicht überholt zu werden", berichtete Christiane Beha von dem großen Ereignis Anfang Mai. Und ebenfalls deutlich schneller als die gesamte Konkurrenz war bei den Mädchen aus Klasse drei und vier die Bonndorferin Ida Dietsche. "Bei all den Ehrungen darf man nicht vergessen, dass solche Leistungen nur möglich sind mit vielen Helfern, die eigentlich nie öffentlich auftauchen. Wir haben tolle Lernbegleiter, die die Teilnahme der Inklusionsklasse erst möglich machen, und auch engagierte Eltern, die viel Zeit aufwenden, um uns zu helfen", sagte Matthias Mybes zum Abschluss.