Villa Schöpflin

Vier von sechs Spielhallen in Rheinfelden verstoßen gegen den Jugendschutz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 10. September 2020 um 06:23 Uhr

Rheinfelden

Die Villa Schöpflin überprüft mit Testspielern die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes in Rheinfelden. Für zwei Spielhallen gibt es Lob. Für vier Bußgeldverfahren.

Bei Tests in Rheinfelden stellte die Villa Schöpflin – Zentrum für Suchtprävention in Kooperation mit der Polizei und dem Ordnungsamt Rheinfelden fest, dass es Betreiber und Mitarbeiter von Spielhallen im Stadtgebiet Rheinfelden mit dem Jugendschutz wohl nicht immer allzu ernst meinen. Vier von sechs Einrichtungen wurden beanstandet. Für zwei Einrichtungen gab es ein Lob, weil sich die Mitarbeiter an die Vorgaben des Jugendschutzes hielten.

Ob Sportwetten, Rubbellose oder Automatenspiele – Glücksspiele sind auch bereits bei Jugendlichen ein großes Thema. Unterschiedliche Studien zeigen, dass etwa 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren schon einmal Geld für ein oder mehrere Glücksspiele ausgegeben haben. Damit Glücksspiel nicht zum Problem oder gar zur Sucht wird, fördert die Stadt Rheinfelden bereits seit 2017 die Glücksspielprävention insbesondere für Jugendliche durch die Villa Schöpflin – Zentrum für Suchtprävention.

Aufklärungstouren durch Spielhallen gab es bereits

Ein Schwerpunkt der Präventionsmaßnahmen liegt in der Verhältnisprävention. So fanden in den letzten beiden Jahren in Kooperation mit der Polizei und dem Ordnungsamt Rheinfelden verhältnispräventive Aufklärungstouren durch Spielhallen und Gastronomiebetriebe mit Glücksspielangeboten im Stadtgebiet Rheinfelden statt. Dabei wurden die entsprechenden Stellen an die Verantwortung im Bereich des Jugendschutzes erinnert und mit hilfreichen Materialien zur Umsetzung der Einhaltung dessen ausgestattet.

In diesem Jahr wurde die Maßnahme gemeinsam mit der Stadt Rheinfelden weiterentwickelt. Am 27. August fanden erstmalig im Landkreis Lörrach Überprüfungen des Jugendschutzgesetzes in Spielhallen statt. Laut Paragraf 6 des Jugendschutzgesetzes darf Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren die Anwesenheit in Spielhallen oder ähnlich vorwiegend dem Spielbetrieb dienenden Räumen nicht gestattet werden. Zur Überprüfung der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes wurden im Vorfeld zwei jugendliche Testpersonen im Alter von 17 Jahren mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten durch die Villa Schöpflin geschult.

Bußgeldverfahren wurden eingeleitet

Die Testpersonen wurden von der Polizei, dem Ordnungsamt und der Villa Schöpflin während des gesamten Tests begleitet. Die beiden Jugendlichen versuchten, in sechs Rheinfelder Spielhallen einzutreten. Sie waren angehalten, bei Nachfrage des Alters wahrheitsgemäß zu antworten und ihren Personalausweis bei Aufforderung vorzuzeigen.

Bei vier von sechs Spielhallen konnten die Jugendlichen ohne Weiteres eintreten und sich in den Räumlichkeiten aufhalten, ehe die Situation durch die Amtsvertreterinnen aufgelöst wurde. Zwei Spielhallen erhielten ein Lob für die Eintrittsverweigerung. Gegen die anderen drei Angestellten sowie einen Betreiber der Spielhallen wurde aufgrund des Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz ein Bußgeldverfahren durch das Ordnungsamt eingeleitet.

Mitarbeiter können sich freiwillig schulen lassen

Alle Mitarbeiter der getesteten Spielhallen werden von der Villa Schöpflin zu einer kostenlosen und freiwilligen Schulung zum Thema "Jugendschutz und Glücksspiel" eingeladen. Ziel der Tests war laut Villa Schöpflin, Angestellte und Betreiber der Spielhallen für den Jugendschutz zu sensibilisieren, an die Verantwortung zu appellieren, Schwachstellen aufzudecken und Motivation zur Unterstützung aufzubauen.

"Die Ergebnisse zeigen, dass es wichtig ist, beim Thema Jugendschutz und Glücksspiel gemeinsam hinzuschauen und Jugendliche vor den Risiken des Glücksspiels zu schützen", schreibt die Villa Schöpflin. Die Erwachsenen müssten verantwortlich agieren, denn sie stellten die für Kinder und Jugendliche bedenklichen Angebote zur Verfügung.