Vom Atomstrom zur Modellregion

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 21. Februar 2020

Kreis Lörrach

Reaktionen auf AKW-Ende.

BASEL/LÖRRACH (BZ). Die Stilllegung des ersten Blocks des Atomkraftwerkes (AKW) Fessenheim am nächsten Samstag wird in der Region weithin begrüßt. So zeigt sich der trinationale Atomschutzverband (TRAS) in einer Mitteilung "erleichtert", dass "die erste von zwei Hochrisiko-Anlagen für immer außer Betrieb genommen wird". Fessenheim sei das älteste kommerzielle AKW Frankreichs und "ungenügend" geschützt, heißt es in der Mitteilung des Verbandes, der rund 100 Kommunen der Region vertritt, weiter. Entwarnung könne aber erst gegeben werden, wenn auch Block 2 stillgelegt und die Brennstäbe entfernt sind. Ersterer geht laut EDF Ende Juni vom Netz, die Entfernung der Brennstäbe ist bis 2023 geplant. Angesichts dieses "radioaktiven Inventars, das mehreren Tausend Atombomben gleichkommt", ist der Verband denn auch weiter beunruhigt. Positiv bewertet TRAS dagegen die deutsch-französischen Anstrengungen, neue gewerbliche Aktivitäten vor Ort zu initiieren.

Auch die zwei Abgeordneten der Grünen aus dem Kreis Lörrach, Gerhard Zickenheiner (Bundestag) und Josha Frey (Landtag) begrüßen das Ende des AKW in einer gemeinsamen Mitteilung. Dieses sei "nicht nur notwendig, sondern längst überfällig", heißt es da. "Dafür haben wir Grüne uns seit der ersten Stunde eingesetzt", schreibt Frey. Mit der Abschaltung des zweiten Reaktors müsse aber schrittweise eine sinnvolle Konversion des großen Geländes erfolgen. Dafür seien "spannende grenzübergreifende Projekte angedacht" und ein deutsch-französischer Gewerbepark, "der eine Modellregion für erneuerbare Energien und nachhaltiges Wirtschaften werden könnte".