Musikverein Höllstein

Jahreskonzert mit Urknall und Louis Armstrong

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Di, 10. Dezember 2019 um 14:42 Uhr

Steinen

Der MV Höllstein nimmt das Publikum mit einem wundervollen Jahreskonzert auf Zeitreise. Und verdiente Mitglieder wurden auch noch geehrt.

STEINEN-HÖLLSTEIN. Beim Jahreskonzert des Musikvereins Höllstein war die Wiesentalhalle am Samstag nahezu ausverkauft. Nicht nur die Musiker des Vereins begeisterten die Zuhörer. Gäste von jung bis gesetzt bereicherten die musikalische Zeitreise des wiedererstarkten Orchesters. Das Konzert kam rüber wie eine einzige große Familienfeier, man sang und spielte zusammen und freute sich gemeinsam am gelungenen Ergebnis.

Das mit der musikalischen Zeitreise nahmen die Höllsteiner dabei schon sehr genau. Der Trip in die Vergangenheit begann mit dem Urknall: In der dunklen Halle, mitten aus den Publikumsreihen, ertönte ein mächtiger Trommelwirbel. Von Dirigent Mario Del Guidice war nur sein neongelber Dirigentenstab zu sehen. Dann setzte das Orchester ein, eine goldene Konfettikanone symbolisierte den Anfang von allem, den Beginn der Zeit.

Richard Strauß‘ "Also sprach Zarathustra" funktionierte hervorragend als musikalisches Sinnbild für jene Extremenergie. Die Musiker wussten dieses mächtige Stück auch entsprechend zu intonieren.

Wer mit solch einem Knall ein Programm beginnt, setzt die Erwartungen hoch. Und die Höllsteiner wussten sie zu erfüllen. Sie reihten musikalische Leckerbissen aus den verschiedenen Jahrhunderten aneinander, sie banden alle Generationen in ihr Konzert ein, und so wurde das Jahreskonzert des Musikvereins Höllstein einmal mehr zum Treffpunkt für alle und jeden.

Vom Wandel sprach der erste Vorsitzende Joachim Freund immer wieder: Die Zeiten hätten sich geändert und mit ihnen auch der Verein. Nicht nur neue Musiker habe der MV Höllstein überzeugen können, auch ehemalige seien wiedergekommen. 50 Musiker zähle das Orchester mittlerweile wieder. Und darauf könne der Verein zu Recht stolz sein. Das HABO, das Höllsteiner Ausbildungsblasorchester, war für das Stück aus der Steinzeit im Jahresprogramm verantwortlich. Die Kinder trommelten auf allerlei, auch auf einem hohlen Baum, und Dirigent Mario Del Guidice und Vorsitzender Joachim Freund bliesen das Didgeridoo. So ähnlich könnte es schon geklungen haben damals...

Was als gesichert angenommen werden kann, die Musik machte den Steinzeitmenschen genauso viel Freude wie den HABOs und den beiden Höllsteiner Führungspersonen. Von der Zeit der Klöster und Mönche erzählte Moderator Ralf Kiefer. Er war derjenige, der die Zuhörer immer wieder ausführlich auf die Zeitumstände und die historischen Gegebenheiten hinwies. Schließlich hatte der Männerchor Minseln seinen Auftritt. Die Minseler Männer hatten die Höllsteiner Sänger damals aufgenommen, als sich der Chor aufgelöst hatte. Vangelis‘ Conquest of Paradise passt da wunderbar.

Armstrongs Wonderful World aus Kinderkehlen

Schwerpunkt dieses schönen Konzerts war das 20. Jahrhundert. Da kamen die Hits der Comedian Harmonists oder auch Bill Haley "Rock around the Clock". Schmissig nahmen die Musiker die Zuhörer mit, auch der Boney M.-Hitmix zeigte den neuen Geist in Höllstein. Vielleicht am herzergreifendsten war Louis Armstrongs "Wonderful World". 20 Kinder der Grundschule Höllstein sangen und spielten sich mit diesem so seelenschmeichelnden Song in die Herzen. Da die Chorleiterin der Höllsteiner Schule in Mutterschutz ist, hat der Vorsitzende Joachim Freund die Leitung des Projektchors übernommen. Da wundert es auch nicht, dass dieses Stück mit allen Teilnehmern, mit den HABOs und dem Männergesangverein Minseln als zweite Zugabe gespielt wurde. Ein eindrucksvoller Abschluss eines wunderschönen Konzerts.