VON HERZEN: Das Gummi holt auf

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 20. März 2021

Liebe & Familie

Wer sich vor Nachwuchs hüten will, vertraut in Deutschland am häufigsten auf die Antibabypille oder ein Kondom. Dass diese beiden Kontrazeptiva mit 47 und 46 Prozent nahezu gleichauf liegen, ist eine neue Entwicklung, sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Zuvor war die Pille jahrzehntelang in der Poleposition, noch 2011 führte sie mit 53 Prozent deutlich vor dem Gummi (37 Prozent). Grund für diesen neuen Trend könnte die im Auftrag der BZgA durchgeführten Studie "Verhütungsverhalten Erwachsener" zufolge eine eher kritische Einstellung zur hormonellen Verhütung sein. Gut die Hälfte der Befragten war der Meinung, die Verhütung mit der Pille oder Hormonen in anderer Form habe negative Auswirkungen auf Körper und Seele. Die Doppelnutzung von Pille und Kondom ist in der jüngsten befragten Gruppe der 18- bis 29-Jährigen besonders beliebt, hat insgesamt aber abgenommen im Lauf der Jahre. Die am dritthäufigsten genutzte Verhütungsmethode ist mit großer Konstanz die Spirale. Hier fällt auf, dass inzwischen mehr 40- bis 49-Jährige darauf zurückgreifen, während die 30- bis 39-Jährigen zurückhaltender geworden sind. Auf welches Verhütungsmittel die Wahl fällt, hängt laut Studie vor allem von zwei Aspekten ab: Wie sicher ist es? Und wie einfach und bequem lässt es sich anwenden?