Von Schlusser bis Müller

bko/wob

Von Bruno Kohlmeyer & Wolfgang Beck

Sa, 24. August 2019

Lahr

BZ-Plus In 130 Jahren hat es in Lahr bislang zehn Bürgermeister und Oberbürgermeister gegeben – nur drei wurden direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt.

LAHR. Wenn am 22. September oder 6. Oktober eine neue Oberbürgermeisterin oder ein neuer Oberbürgermeister gewählt ist, ist er oder sie die oder der Elfte in einer langen Reihe, die 1889 begonnen hat. Die Badische Zeitung stellt alle Bürgermeister und Oberbürgermeister vor. Es handelt sich dabei mit Ausnahme von Werner Dietz und Wolfgang G. Müller um gekürzte Texte aus der "Geschichte der Stadt Lahr" (Band 3) von Gabriele Bohnert.

Gustav Schlusser (1889 – 1899)
Der erste Lahrer Oberbürgermeister wurde am 7. März 1889 gewählt – nicht von den Bürgerinnen und Bürgern, sondern vom Bürgerausschuss, der aus den Stadträten und den Stadtverordneten bestand. Die Wahl fiel auf den Verwaltungsfachmann Gustav Schlusser aus Bruchsal, der damals gerade 29 Jahre alt war. In seine erste Amtszeit fallen eine Anzahl stattlicher Neubauten – darunter der Schlachthof, die Garnison und die Friedrichschule. Außerdem hatte er die Finanzen in Ordnung gebracht, das Schulwesen "neu und vortrefflich organisiert" und Straßen anlegen lassen. 1898 wurde er einstimmig wiedergewählt. Ein Jahr später allerdings nahm Schlusser Abschied von Lahr: Er wurde als Ministerialrat ins Ministerium des Innern berufen. Dort wirkte er nicht sehr lange. Er starb im Februar 1902 an einer Bauchfellentzündung und wurde in Karlsruhe beigesetzt.

Gustav Altfelix (1899 – 1928)
Fast 30 Jahre lang war Gustav Altfelix Oberbürgermeister. 1859 in Durlach geboren, wurde er nach der ersten Wahl 1899 im Jahr 1907 bestätigt – die zweite Amtszeit sollte aber keine neun Jahre, sondern fast zwölf dauern: Wegen des Ersten Weltkriegs fand die nächste Wahl erst nach Kriegsende im Juni 1919 statt. Auch da wurde Altfelix wiedergewählt, 1927 kandidierte er nicht mehr.

Das Ende des Ersten Weltkriegs bedeutete das Ende der Garnison und brachte zugleich große wirtschaftliche Probleme mit sich. In der Garnisonkaserne fanden allerdings zwischen 1919 und 1922 rund 20 Unternehmen, darunter das Skrebba-Werk, Räume. Auch die Badische Tabak-Manufaktur Roth-Händle kam in diesen Jahren von Straßburg nach Lahr.

In seiner langen Amtszeit bekam das Gymnasium ein neues Gebäude an der Lotzbeckstraße, das Seminar wurde nach Lahr verlegt und später in eine Aufbaurealschule umgewandelt, und ...

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