Flughafen-Jubiläum

Vor 75 Jahren eröffnete der Euroairport Basel-Mulhouse

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 09. Mai 2021 um 17:02 Uhr

Saint-Louis

Der Euroairport hat am Samstag sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Vom Spatentisch bis zum ersten Testflug vergingen einst nur wenige Wochen. Aktuell spürt man die Auswirkungen der Pandemie.

Am Samstag feierte der Euroairport sein 75-jähriges Bestehen. Dieses Ereignis fällt in eine unsichere Zeit. Die Corona-Maßnahmen haben den Flugverkehr weltweit in eine Krise gestürzt. Das spürt auch der Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg. Doch wie ging es los mit dem heutigen Euroairport vor einem Dreivierteljahrhundert?

Die Planung des Basler Flughafens auf Elsässer Boden begann bereits lange vor dem Zweiten Weltkrieg. Denn früh wurde klar, dass der damalige Standort "Sternenfeld" auf dem heutigen Hafengelände in Birsfelden den Erfordernissen des schnell an Bedeutung gewinnenden Flugfelds nicht mehr genügen konnte und im größeren Raum Basel kein Platz zur Verfügung stand. Bereits damals rückte die Idee eines Flughafens auf elsässischem Boden in den Vordergrund.

Die Planungen begannen nach dem Zweiten Weltkrieg

Unmittelbar nach dem Krieg wurde die Planung mit der französischen Regierung aufgenommen. Am 8. März 1946 erfolgte der Spatenstich des neuen provisorischen Flughafens. Für die Piste kamen gelochte Stahlblechmatten aus amerikanischen Armeebeständen zum Einsatz, die Gebäude bestanden größtenteils aus Holzbaracken der französischen Armee. Für den Bau des Kontrollturms wurde ein ansässiger Schreiner beauftragt.

Die Bauzeit der Anlagen war rekordverdächtig kurz: Bereits am 29. April 1946 konnte die Swiss Air Lines mit einer Douglas DC-3 mehrere Testlandungen und Starts durchführen. Sie liefen erfolgreich, denn schon ein paar Tage später, am 8. Mai, wurde der Flughafen offiziell eröffnet.

Mängel beim Staatsvertrag

In kurzer Zeit wurde der Staatsvertrag zwischen Frankreich und der Schweiz ausgearbeitet, immer von gutem bilateralem Geist getragen. So konnte dieser am 4. Juli 1949 in Bern von Bundesrat Max Petitpierre und dem französischen Gesandten Henri Hoppenot unterzeichnet werden. Der Flughafen Bâle-Mulhouse war nun ein in Frankreich liegender bilateraler Flughafen mit zwei Verkehrsrechtszonen sowie zwei Zollgebieten, wobei der Basler Teil erst später über eine Zollfreistraße erschlossen wurde.

Der Staatsvertrag weist jedoch verschiedene Mängel auf, die teils aus Zeitdruck entstanden waren oder weil sich die politischen Verhältnisse zwischenzeitlich veränderten. Er regelt alle Bereiche aber immer noch, auch wenn gewisse Teile wie zum Beispiel das Besteuerungssystem zwischenzeitlich nachverhandelt werden mussten.

An anderer Stelle entstand in den späteren 1960er-Jahren der neue Flughof, der zwischenzeitlich bereits mehrmals erweitert und optimiert wurde. So ist aus dem einstigen Barackendorf, von dem verschiedene Gebäude immer noch bestehen, der heutige Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg entstanden.