Tötungsdelikt

Vor genau einem Jahr starb Maria L. – Das Verbrechen hat Freiburg verändert

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mo, 16. Oktober 2017 um 07:43 Uhr

Südwest

BZ-Plus Es ist 365 Tage her, dass die junge Studentin Maria L. getötet worden ist. Doch der Fall ist in Freiburg ungebrochen gegenwärtig. Sechs Menschen berichten, wie sich die schreckliche Tat aus ihrer Sicht auf die Stadt ausgewirkt hat.

Die Studentin
Simone G. wohnt in der Oberwiehre, nicht weit weg von der Dreisam, nicht weit weg von jener Stelle, an der am frühen Morgen des 16. Oktober Maria L. ihr Leben verloren hat. Das Verbrechen an ihrer Kommilitonin habe sie und ihren Freundeskreis stark bewegt. "Mein Verhalten und meine Gewohnheiten wollte ich aber nicht ändern", sagt die 24-Jährige. Denn wenn ihr jemand etwas antun wolle, dann könne das auch direkt an der Haustüre passieren, nicht erst draußen an der Dreisam.

Pfefferspray war damals in den einschlägigen Geschäften der Stadt schnell ausverkauft. "Ich hatte vorher schon welches", erzählt die Studentin. Sie sei kein ängstlicher Typ, einerseits; aber sie auch schon früher immer sehr vorsichtig gewesen. Dass nun mehr Polizeikräfte in der Stadt unterwegs sind, sei für viele sicher beruhigend. "Ich hätte das nicht unbedingt gebraucht." In ihrem Umfeld habe sich vor allem ein Verhalten stark verändert: "Man achtet mehr aufeinander und versichert sich abends oder nachts über Nachrichten und Anrufe, dass alle gut nach Hause gekommen sind."

Der Polizeipräsident
Ja, es sei eine brisante Situation gewesen, erinnert sich der Polizeipräsident von Freiburg, Bernhard Rotzinger, an das Spätjahr 2016 zurück. Denn nur drei Wochen nach der Gewalttat an der Dreisam wurde im nahen Endingen Carolin G. im Rebberg überfallen, vergewaltigt und umgebracht. Zwei Überfälle so kurz hintereinander auf junge Frauen – und das auch noch ...

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