Corona

Waldkirch besorgt CO2-Messgeräte und mobile Luftfilter für Schulen und Kitas

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 01. August 2021 um 13:43 Uhr

Waldkirch

Wenn Fenster und Türen weit genug geöffnet werden können, soll aber weiterhin regelmäßig gelüftet werden. Nur wo das nicht geht, kommen mobile Luftreiniger zum Einsatz.

Waldkirch will Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen mit CO2-Messgeräten ausstatten, um das Lüftungsverhalten besser anpassen zu können. Das teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Darüber hinaus laufe an allen städtischen Schulen und Kitas eine Prüfung, in welchen Räumen zusätzliche mobile Luftreinigungsanlagen mit besonderer Filterleistung nötig werden. Dort, wo Fenster und Türen weit genug geöffnet werden können, soll weiterhin regelmäßig gelüftet werden – das sei mit Abstand die beste Methode.

Ziel der Anschaffung sei es, den Infektionsschutz weiter zu verbessern und die Einrichtungen für einen bestmöglichen Start nach den Sommerferien vorzubereiten, kündigt Oberbürgermeister Roman Götzmann an. Hierzu stehe man im Gespräch mit den Schul- und Einrichtungsleitungen und werde auch auf den Gesamtelternbeirat zugehen.

Studie bestätigt: Konventionelles Lüften funktioniert am besten

Grundlage der städtischen Prüfung ist laut Pressemitteilung vor allem eine aktuelle Studie der Universität Stuttgart, in der Wissenschaftler raumlufttechnische Untersuchungen in zehn Stuttgarter Schulen angestellt und Luftreinigungsgeräte auf Wirksamkeit, Lärm und Betriebssicherheit untersucht haben. Die Studie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass der flächendeckende Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten nicht empfohlen werden könne.

Aufgrund ihrer Filterwirkung könne das Infektionsrisiko zwar gesenkt werden. Aber es wurden auch Zuglufterscheinungen sowie hohe Schallwerte nachgewiesen. Frischluft werde beim Einsatz nicht zugeführt und die Qualität der Raumluft im Hinblick auf Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt sei in der Regel nicht optimal. Die Stuttgarter Studie zeigt weiter auf, dass je nach Nutzung der Räume und der möglichen Lüftungsart ein unterschiedliches Lüftungsverhalten über die Fenster sinnvoll sei.

Filteranlagen unterstützend für wenige Räume einsetzen

Beispielsweise könne das vielfach praktizierte fünf Minuten Lüften aller 20 Minuten oder ein vergleichbarer Rhythmus die besten Ergebnisse erzielen. Dementsprechend plane die Stadt, mobile Luftfilteranlagen überall dort unterstützend einzusetzen, wo kurzfristig keine sinnvolleren Maßnahmen möglich sind. Dies werde voraussichtlich nur für wenige Räume in den Waldkircher Schulen und Kitas gelten. "Neben der flächendeckenden Ausstattung mit CO2-Messgeräten planen wir aktuell eine Erstausstattung von 15 mobilen Luftreinigungsanlagen mit besonderer Filterleistung anzuschaffen", wird OB Götzmann zitiert. Diese sollen nun schnellstmöglich beschafft werden.

Sollte die Prüfung über die Sommerferien weiteren Bedarf aufzeigen, könnte nachbeschafft werden. Das Vorgehen der Stadt entspreche damit den Vorgaben des Landes für ein angekündigtes Förderprogramm sowie den Empfehlungen des Städtetags Baden-Württemberg. Der Einsatz von stationären Luftfilteranlagen sei in Bestandsgebäuden nicht in angemessener Zeit umsetzbar und daher aktuell keine Option zur schnellen Verbesserung.

Wie viel die Messgeräte und mobilen Filter kosten, ist noch unklar. Bund und Land haben bereits Förderprogramme für die Ausstattung mit Luftreinigungs- und CO2-Messgeräten angekündigt.