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Warum riecht Urin nach dem Spargelessen so streng nach Schwefel?

Valérie Labonté

Von Valérie Labonté

Di, 07. April 2020 um 14:04 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Alle Jahre wieder zur Spargelzeit bemerkt grob geschätzt die Hälfte der Menschen plötzlich eine eigenartige Duftnote in ihrem Urin.

Dieser riecht nach der Spargelmahlzeit plötzlich nach Schwefel und gekochtem Kohl. Wieso dem so ist und wieso es nicht jeden trifft, darüber rätselt die Wissenschaft seit langem.

Die britischen Forscher Stephen Mitchell und Rosemary Waring vermuten, dass hinter dem Geruch die natürlicherweise im Gemüse enthaltene Asparagusinsäure steckt. Die Verbindung enthält Schwefelatome und wird im Körper während des Verdauungsprozesses enzymatisch aufgespalten. Dabei entstehen schwefelhaltige Abbauprodukte, die letztlich mit dem Urin ausgeschieden werden und mitverantwortlich für den charakteristischen Geruch sein sollen.
BZ-Serie Naturalie: Spargel

Diese Aufspaltung passiert allerdings nur bei Menschen, die genetisch mit den notwendigen Enzymen ausgestattet sind – man nennt sie in diesem Zusammenhang auch Ausscheider. Doch das ist immer noch nur die halbe Wahrheit: Man hat außerdem herausgefunden, dass nicht alle Menschen, egal, ob Ausscheider oder nicht, die Abbauprodukte des Spargels überhaupt riechen können.
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