Südwesten

Warum sich junge Menschen in Gewerkschaften engagieren

Theresa Steudel

Von Theresa Steudel

Do, 06. Dezember 2018 um 18:39 Uhr

Wirtschaft

Den Gewerkschaften laufen die Mitglieder weg – ihnen fehlen junge Leute. Dabei ist es deren Arbeitswelt, die sich in Zukunft verändern wird. Wir haben fünf junge Menschen getroffen, die sich gewerkschaftlich engagieren.

Sie wollen nicht einfach nur zusehen, sondern mit anpacken – diese fünf jungen Menschen sind seit ein paar Jahren Mitglieder einer Gewerkschaft und der Meinung, dass die Arbeitnehmerorganisationen auch in Zukunft wichtig bleiben – beim Thema Arbeit, aber auch, wenn es um gesellschaftspolitische Themen geht.

Moritz Hüttner
Sein Interesse an Gewerkschaften, sagt Moritz Hüttner, wurde ihm in die Wiege gelegt. Der Vater, Mitglied bei der IG Metall, saß jahrelang im Betriebsrat seiner Firma. Die Mutter war Vorsitzende des Verdi-Bezirks Mittelbaden-Nordschwarzwald. Sie war es, die ihn mit 17 Jahren zu seiner ersten Sitzung mitnahm. "Das war schlimm", sagt Hüttner lachend, als er daran zurückdenkt. "Ich war mitten in der Abiturvorbereitung und hab mich total fehl am Platz gefühlt." Aber zu Hause erzählte seine Mutter immer von den Aktionen der Verdi-Jugend in Karlsruhe – zum Beispiel warfen sie zur Landtagswahl 2011 in Stuttgart mit Lichtinstallationen ihre Forderungen auf die Außenfassade des Landtags. "Das fand ich richtig gut." Also trat Hüttner Verdi bei.

Inzwischen ist er 24, Geschäftsführer des Bezirksjugendvorstands Südbaden und als Delegierter im Landesbezirksjugendvorstand. Mit zwei Stellvertretern leitet er die Sitzungen der Verdi-Jugend, organisiert Aktionen und Seminare. Das alles neben dem Masterstudium in Politik in Freiburg. Manchmal ist er von seinen Kommilitonen genervt. "Die haben ein krasses Fachwissen. Aber sie engagieren sich einfach nicht." Er hingegen will nicht nur reden, sondern anpacken. Und weil er sich durch keine Partei repräsentiert fühlt, macht Hüttner eben Politik bei Verdi.

Am wichtigsten ist ihm der Kampf gegen Rechtsextremismus und -populismus. Er findet, dass auch Gewerkschaften und ihre Mitglieder "klare Kante zeigen müssen" gegen diesen Trend. "Vor allem, wenn man weiß, was mit den Gewerkschaften zur Zeit der Nazi-Diktatur passiert ist." Gewerkschaftler wurden damals ...

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