Polizeiberichterstattung

Warum verschweigen Medien oft die Herkunft von Straftätern?

Karl Heidegger

Von Karl Heidegger

Mo, 22. Juni 2015 um 10:30 Uhr

Südwest

Ist ein Einbrecher Deutscher oder Ausländer? Spielt das eine Rolle – und müssen Medien die Nationalität von Straftätern nennen? Fragen, die feurige Facebook-Debatten auslösen – und wilde Medienschelte.

"Ihr Pfeifen von der Lügenpresse, warum nennt ihr die Sippschaft nicht beim Namen?" So steht es in einer E-Mail zu einem Tötungsdelikt in Südbaden, die in der BZ-Redaktion eingegangen ist. Ein Einzelfall? Keineswegs. Wenn es um Verbrechen geht, liegen die Nerven blank. Und prompt kommen Anschuldigungen: Dass Täter zumeist Ausländer seien, dass sich Medien schützend vor kriminelle Migranten stellen würden – was so nicht stimmt. Dennoch werden Journalisten immer öfter mit dem Vorwurf konfrontiert, die Herkunft von Straftätern arglistig zu verschweigen. Warum?

Einheitlichkeit gibt es nicht – vieles ist Auslegungssache
Grundsätzlich ist es ein gesellschaftliches Phänomen: Im Windschatten von Pegida und Politikentfremdung gedeihen Verschwörungstheorien, in denen sich Menschen hintergangen fühlen von einem Konglomerat aus Parteien, Staatsorganen und einer sogenannten "Systempresse". Gleichzeitig ist es aber auch ein ganz spezifisches Problem der Kommunikationsbranche: Medien ...

BZ-Archivartikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ Plus und BZ-Archivartikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archivartikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ