BZ-Interview

Was Grimmelshausens Roman "Simplizissimus" über den Dreißigjährigen Krieg berichtet

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Sa, 19. Mai 2018

Südwest

BZ-INTERVIEW: Der Freiburger Germanist Dieter Martin über Grimmelshausens "Simplizissimus" und was dieser Roman über den Dreißigjährigen Krieg berichtet .

er Simplicissimus Teutsch": Dieser Roman von Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen, der in Renchen in der Ortenau 1676 gestorben ist, gilt als das literarische Dokument des Dreißigjährigen Kriegs. Doch was ist wirklich aus dieser vermeintlichen Autobiographie zu erfahren über die Wirklichkeit des Krieges? Wulf Rüskamp sprach mit dem Freiburger Germanisten Dieter Martin.

DBZ: Herr Martin, vor 400 Jahren hat der Dreißigjährige Krieg begonnen. Kann man heutigen Lesern die Lektüre von Grimmelshausens Roman empfehlen, wenn sie etwas über diesen Krieg erfahren wollen?
Martin: Wenn man etwas über die historischen Abläufe erfahren will, dann ist der "Simplicissimus" nur bedingt geeignet. Denn es kommen relativ wenige Jahreszahlen vor, dazu wenige belastbare Fakten. Wenn es aber darum geht, ein Lebensbild der Zeit zu gewinnen, dann ist der Roman eine sehr lohnende Lektüre von hoher literarischer Qualität.
BZ: Nun ist der Roman wohl erst nach dem Krieg entstanden...
Martin: Darüber weiß man relativ wenig. Gewiss ist nur, dass er 20 Jahre nach Kriegsende, also 1668/69 gedruckt worden ist.
BZ: Darf man bei diesem zeitlichen Abstand immer noch von einem authentischen Bericht über den Krieg sprechen?
Martin: Das ist eine hochkomplizierte Frage. Grimmelshausen wählt zunächst eine Erzählform, die sich als authentisch ausgibt, nämlich die Autobiografie des Ich-Erzählers Simplicissimus, hinter dem er sich als Autor verbirgt. Mit den damit ...

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