Mit Gewinn leben

Was ist der Unterschied zwischen Kindergeld und dem Kinderfreibetrag?

Jörg Strötzel

Von Jörg Strötzel

Mo, 19. August 2019 um 12:31 Uhr

Liebe & Familie

Eltern erhalten nur eine Form der Steuererleichterung – Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Entscheidend ist, wie sie am meisten profitieren. Und das ermittelt das Finanzamt bei der Steuererklärung.

7620 Euro im Jahr dürfen Eltern einnehmen, ohne dafür Steuern zu zahlen. So hoch ist der Kinderfreibetrag für das Jahr 2019. Der Sinn von diesem Freibetrag ist, dass Erziehungsberechtigte genug Geld zur Verfügung haben, um für ihre Kinder Dinge wie Essen, Wohnraum oder eine Ausbildung zahlen zu können.

Genau den gleichen Zweck hat auch das Kindergeld: Für jedes erste und zweite Kind bekommen Eltern seit dem 1. Juli 204 Euro, für das dritte 210 Euro und für jedes weitere 235 Euro, steuerfrei.

Der große Unterschied: Das Kindergeld überweist der Staat jeden Monat auf das Konto der Eltern, nicht aber den Kinderfreibetrag. Stattdessen handelt es sich beim Kinderfreibetrag um eine fiktive Rechengröße, die das Finanzamt rückwirkend vom zu versteuernden Jahreseinkommen der Erziehungsberechtigten abzieht.

Ganz wichtig dabei ist: Eltern dürfen nur eine Form der Steuererleichterung erhalten – Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Entscheidend ist, von welcher Form sie am meisten profitieren. Und das ermittelt das Finanzamt anhand der abgegebenen Steuererklärung.

Das Ganze nennt man die Günstigerprüfung. Je nachdem, was bei dieser Günstigerprüfung dann am Ende herauskommt, werden die fälligen Steuern für das jährliche Einkommen der Eltern mit dem Kindergeld oder mit dem Kinderfreibetrag gemindert. Übrigens: Für Alleinerziehende lohnt sich der Kinderfreibetrag ab rund 37 500 Euro zu versteuerndem Einkommen im Jahr, für Eheleute ab rund 75 000 Euro.
Jörg Strötzel ist Steuerberater und Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Lohnsteuerhilfe. Die VLH erstellt für Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen findet man unter: http://www.vlh.de