Rechtsmedizin

Was Wunden über Taten verraten – auch nach häuslicher Gewalt

Nadine Zeller

Von Nadine Zeller

Mo, 05. November 2018 um 15:08 Uhr

Liebe & Familie

BZ-Plus Oft werden Strafverfahren bei Sexualdelikten wegen fehlenden Beweisen eingestellt. Umso wichtiger ist es, die Spuren dokumentieren zu lassen. Das ist der Job von Rechtsmedizinerin Ulrike Schmidt.

Ulrike Schmidt liebt ihren Beruf, auch wenn er sie in die Abgründe menschlicher Bösartigkeiten schauen lässt. Die Freiburger Rechtsmedizinerin untersucht nicht nur tote Menschen, die vor ihr auf dem Sektionstisch liegen, sie untersucht auch lebende Opfer: verprügelte Frauen, misshandelte Kinder, vergewaltigte Jugendliche.
Schmidt kann die Leiden nicht lindern, dafür sind andere Ärzte da. Aber sie kann Verletzungen erfassen, dokumentieren und interpretieren. Während normale Ärzte nähen, verbinden und heilen, untersuchen Rechtsmediziner wie Ulrike Schmidt Hämatome, Spermaspuren, Hautschuppen und bewahren sie, so dass sie später vor Gericht als Beweise dienen können. Eine wichtige Fähigkeit, denn die Bereitschaft von Gewaltopfern, sich anonym rechtsmedizinisch untersuchen zu lassen, nimmt zu.
Wunden verraten viel über verborgene Taten
Beweise in der Hand zu haben, kann das Machtgefälle in Beziehungen ändern. Der Täter weiß, dass das Opfer Vorkehrungen getroffen hat und die Misshandlung darlegen kann. Manchmal – wenn auch selten – schafft es ein Opfer dadurch, die Spirale häuslicher Gewalt zu durchbrechen. Und auch wenn viele Betroffene den Täter schützen, bietet die vertrauliche Spurensicherung ein niedrigschwelliges Angebot, sich zu wehren. Denn Wunden verraten viel über verborgene Taten.
"Verletzungen sind einfach spannend", sagt Schmidt. Die hochgewachsene Frau mit den dunkelblonden kinnlangen Haaren ...

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