"Es gibt einfach zu wenig Fachkräfte"

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Sa, 08. Juli 2017

Weil am Rhein

BZ Plus BZ-INTERVIEW mit Steuerberater Uwe Lorenzen, der bei der Mitarbeitersuche sogar über Selbstvermittlungsprovisionen nachdenkt.

WEIL AM RHEIN. Die Arbeitslosenquote befindet sich in Weil am Rhein und der Umgebung auf einem Rekordtief. Doch was für Arbeitssuchende erfreulich ist, hat auch Schattenseiten. In immer mehr Berufssparten fehlen qualifizierte Mitarbeiter. Die Grenzlage zur Schweiz verschärft das Problem noch, weil dort höhere Löhne gezahlt werden. Deutsche Arbeitgeber greifen daher zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Der Steuerberater Uwe Lorenzen wollte jüngst deshalb eine Prämie für die Vermittlung eines Mitarbeiters ausloben, die er sogar bereit war, dem Mitarbeiter selbst auszuzahlen. Hannes Lauber hat mit ihm gesprochen.

BZ: Herr Lorenzen, dass Pflegekräfte oder Beschäftigte in der Gastronomie ihr Heil in der Schweiz suchen, ist einem geläufig. Aber ein Steuerberater kennt sich doch in deutschem Steuerrecht aus. Kann der einfach in die Schweiz wechseln?
Lorenzen: Es sind nicht vorrangig Steuerberater, die in die Schweiz wechseln, sondern Steuerfachkräfte, die in der Schweiz bei größeren Firmen bei einer einfacheren Tätigkeit wesentlich mehr verdienen als bei uns. Das Problem ist, dass die Anforderungen an Steuerfachkräfte drastisch und permanent gestiegen sind und inzwischen von den Mitarbeitern großes Wissen, Einsatz, Disziplin, Engagement und Verantwortungsbewusstsein verlangen.

BZ: Das hört sich doch nach einer interessanten Tätigkeit an.

Lorenzen: Ja, aber gerade bei Schulabgängern führt das manchmal zu einer gewissen Überforderung. Der Wechsel in die Schweiz ist daher sehr attraktiv, wobei man nicht vergessen darf, dass auch die deutsche ...

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