Mehr als Geometrie und drei Farben

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Sa, 02. Februar 2019

Weil am Rhein

21 Schulen aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut setzen sich kreativ mit Bauhaus auseinander / Ausstellung in Weil am Rhein.

WEIL AM RHEIN. Beim Stichwort "Bauhaus" denken die meisten an klare, geometrische Formen und die Farben Rot, Gelb, Blau. Dass diese 1919 in Weimar gegründete Kunstschule aber noch viel mehr Facetten hat, zeigt die Schulkunst-Ausstellung "Form und Funktion – 100 Jahre Bauhaus", die am Freitag in der Städtischen Galerie Stapflehus in Weil am Rhein eröffnet wurde.

Wie Regina Höfler vom Staatlichen Schulamt Lörrach informierte, haben sich Schüler von 21 Schulen aus den Kreisen Lörrach und Waldshut kreativ mit dem Bauhaus auseinandergesetzt. Die Nachwuchskünstler zwischen sechs und 17 Jahren zeigen ein breites Spektrum an Bildern, Objekten, Grafiken, Installationen und Architekturmodellen, in denen sie sich mit den Ideen, Motiven und den Meistern des Bauhauses beschäftigen. Im Stapflehus habe man das "schönste Ambiente" für Schulkunst in ganz Baden-Württemberg, befand Höfler.

Der Einfluss des Bauhauses im Zusammenbringen von Funktionalität, Handwerklichem, Architektur und Kunst wirke bis in die heutige Zeit, betonte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz. Er verwies auch darauf, dass das Vitra Design Museum schon vor Jahren eine große Bauhaus-Ausstellung gemacht habe.

Das Bauhaus zeige nicht nur, wie man mit Farbe, Form, Linie, Raum und Funktionalität gestalten könne, sondern habe auch starken Einfluss auf die Menschen, sagte Hans-Joachim Friedemann, Leiter des Staatlichen Schulamts. Er ging auch auf die Frauen im Bauhaus ein. Im ersten Jahrgang hätten sich damals gleich viele Frauen wie Männer angemeldet. Doch die Namen dieser Frauen vom Bauhaus kenne man heute nicht mehr so.

Mädchen und Jungen der Realschule Dreiländereck Weil am Rhein führten zur Einstimmung ein Triadisches Ballett und eine originelle Geburtstagsperformance auf. Einige der Schüler bewegten sich mit gelb, rot und blau geschminkten Gesichtern und Kostümen mit geometrischen Mustern durch den Raum. In einer Parade hielten die Realschüler Plakate mit Motiven von Künstler wie Kandinsky, Gropius, Klee, Schlemmer, Feininger hoch. Die Schulband der Gemeinschaftsschule Weil spielte einige passende Stücke.

Auf die bemerkenswerte Vielfalt der Schülerarbeiten, die unter Anleitung der Lehrkräfte entstanden sind, wiesen die Schulkunst-Beauftragten Katja Fehrenbach, Gabi Hügin und Miriam Knoll hin. Bei einem Rundgang entdeckt man Materialcollagen "Spiel mit geometrischen Formen" von der Hans Thoma-Schule Haltingen, Engelfiguren nach Paul Klee der Hans Thoma-Schule Warmbach, einen Uhrenturm der Karl-Rolfus-Schule Lörrach und expressionistische Porträts des Meret-Oppenheim-Schulzentrums Steinen. Mit Variationen von geometrischen Formen à la Mondrian und Kreidemalerei im Op-Art-Stil von Vasarely beeindrucken Schüler der Theodor-Heuss-Realschule Lörrach. Von Realschülern stammen auch eine Serie von Köpfen nach Jawlensky und die Installation "Das Bauhaus-Viertel". "Bau dein Haus" fordern Grundschüler aus Kandern, die in den typischen Bauhaus-Farben und Formen lauter Häuser gebaut haben. Mitwirkende von der Realschule Dreiländereck haben sich die Figurinen von Oskar Schlemmer zum Vorbild genommen.

Info: Die Ausstellung ist bis 10. März zu sehen, Samstag 15-18, Sonntag 14-18 Uhr.