Weil am Rhein

Theater am Mühlenrain hat mehr als 5300 Besucher pro Jahr

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Di, 26. März 2019 um 09:00 Uhr

Weil am Rhein

Klaus-Peter Klein, Pächter des Theaters am Mühlenrain, hat sein selbst gestecktes Ziel schon im zweiten Jahr erreicht.

Seit zwei Jahren ist Klaus-Peter Klein Pächter der Kleinkunstbühne Theater am Mühlenrain. Die Besucherzahlen haben sich seither beinahe verdoppelt, weil Klein den Spielplan erweitert und neue Angebote ins Programm genommen hat. Beliebig fortsetzbar sei diese Entwicklung aber nicht. Für das laufende Jahr hat Klein aber noch einmal drei Vorstellungen mehr auf dem Spielplan als im Vorjahr.

Komödie geht einfach immer

"Als ich vor zwei Jahren angefangen habe, hatte ich keine Ahnung, was man anbieten sollte und wovon man besser die Finger lässt", sagt Klein im Rückblick. Doch inzwischen hat er Erfahrungen gesammelt. Und die gipfeln in der Erkenntnis, dass Komödien der absolute Renner sind: "Das läuft einfach immer", hat er festgestellt. Und so bilden die humoristischen Theaterproduktionen denn auch das Herzstück des Tam-Spielplans. Gut 25 bis 30 Vorstellungen steuert dabei das Tam-Team mit seinen Eigenproduktionen bei, zehn bis 15 weitere gehen auf das Konto der Brezelstädter Laienbühne. Außerdem engagiert Klein im Januar und Februar jeweils noch einige Fremdproduktionen. Damit steht der Löwenanteil des Programms bereits.

Die Knaschtbrüeder und Silvester sind Selbstläufer

Neben den Komödien gibt es aber auch noch den einen oder anderen Selbstläufer. Die Knaschtbrüder aus Schopfheim etwa sind fester Bestandteil des Tam-Angebotes, auch dieses Jahr sind drei Termine mit den Mundart-Liedermachern vereinbart. Auch das Silvesterprogramm ist für Klein immer eine sichere Bank. Dieses Mal wird er zum Jahreswechsel den Travestie-Künstler Megy B. präsentieren.

Bei den Kabarettisten kommt’s auf den Namen an

Schwer haben es aber mitunter die Kabarettisten. Wenn der Name stimmt, sagt Klein, dann ist der Besuch gut. Kennt man die Künstler dagegen nicht, sei es schwierig, das Publikum ins Theater zu locken. Auch Kleins Versuch, einen Donnerstagstermin zu etablieren und Musikern aus der Stadt oder der Region eine Plattform zu bieten, ist nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. "Meist kamen da nur ein paar Bekannte der Auftretenden", sagt Klein.

Überraschend gut gelaufen sind dagegen die Auftritte von Zauberer Christian de la Motte aus Potsdam oder erst diesen Samstag die Show des Mentalisten Marc Hagenbeck. "Da waren wir gut besucht, obwohl deren Namen auch kaum jemand kannte", wundert sich Klein, der immer noch darüber rätselt, weshalb sich gerade die Kabarettisten ist so schwertun. Aber vielleicht liege es ja daran, dass Kabarett und Comedy derzeit überall sehr stark präsent sind.

Die Künstler fühlen sich im Tam offenbar wohl

Wenn es darum geht, neue Kontakte zu knüpfen, hat sich für Klein die Kulturbörse in Freiburg als gute Plattform erwiesen. "Inzwischen ist mein Netzwerk so groß, dass ich wöchentlich zwei bis drei Anfragen von Leuten habe, die gerne bei mir auftreten würden." Und die, die einmal da waren, seien vom Theater am Mühlenrain oft begeistert. Die Atmosphäre werde immer wieder gelobt, und dass ein so angenehmer Backstage-Raum in Bühnennähe zur Verfügung stehe, sei offenbar auch etwas Besonderes, das die Künstler sonst nicht so oft vorfänden, freut sich Klein: "Die wollen alle wiederkommen."

Pro Vorstellung kommen im Schnitt 65 Besucher

Gut kommt das Tam aber nicht nur bei den Künstlern, sondern auch beim Publikum an. Während in der letzten Saison des früheren Besitzers Erwin Sütterlin 2700 Besucher gezählt wurden, waren es nach der Übernahme durch die Stadt in der ersten Saison von Klein, die im März 2017 begann, schon 3700 Zuschauer. 2018 hat er diese Zahl dann auf 5335 gesteigert und damit sein selbst gestecktes Ziel von jährlich 5000 Besuchern übertroffen. Im Schnitt besuchten in beiden Jahren 65 Zuschauer die einzelnen Vorstellungen. Das Besucher-Plus kam also durch das erweiterte Angebot zustande: Während 2017 noch 57 Vorstellungen auf dem Programm standen, waren es 2018 schon 82.

Schwarze Zahlen, aber weit weg vom Mindestlohn

Was das wirtschaftliche Ergebnis anbelangt, ist Klein zufrieden. Sein kaufmännisches Budget sei aufgegangen, er schreibe schwarze Zahlen, versichert er, fügt jedoch an: "Aber reich wird man damit nicht." Rechne er seinen Aufwand und den seiner Frau Beatrix, die ihn unterstützt, dagegen, so komme er auf einen Stundenlohn weit unterhalb des Mindestlohns: "Aber wir genießen das, wir lernen so viele Leute kennen und wenn die dann sagen ’Bei euch isch’s so schön’, dann geht das wie Öl runter." Und so sieht sich Klein auf gutem Wege: "Ich wollte immer erreichen, dass die Leute nicht wegen eines speziellen Programmpunkts kommen, sondern weil sie einfach wissen, dass sie im Tam immer gut bedient sind", erläutert Klein, und das habe er bereits jetzt, nach nur zwei Jahren, geschafft.
Theater am Mühlenrain

Mehr über das Programm und Tickets zu den Vorstellungen im Theater am Mühlenrain gibt es auf bz-ticket.de