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Welche Folgen hat der Brexit für die Verbraucher?

Ines Danzeisen

Von Ines Danzeisen

Fr, 01. Januar 2021 um 19:02 Uhr

Wirtschaft

Mit dem Ende der Brexit-Übergangsphase ändern sich nicht nur die Einreisebestimmungen für Großbritannien. Ines Danzeisen vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Kehl klärt auf.

Die Insel rückt weiter weg: Bis 30. September 2021 ist die Einreise nach Großbritannien für EU-Bürger mit Personalausweis oder Reisepass erlaubt. Ab 1. Oktober 2021 ist sie nur noch mit einem gültigen Reisepass möglich. Es sei denn, der Einreisende verfügt zum Beispiel über einen settled oder pre-settled Status. Dann kann der Personalausweis noch bis 31. Dezember 2025 genutzt werden. Ein Visum ist für Kurzzeitaufenthalte nicht nötig.

Darüber hinaus entfallen die Europäischen Gerichtsverfahren. So wird es nicht mehr möglich sein, gegen ein britisches Unternehmen mit dem Verfahren für geringfügige Forderungen vorzugehen – ein bisher kostengünstiges, schnelles Verfahren, um Ansprüche bis 5000 Euro Streitwert durchzusetzen. Auch das Europäische Mahnverfahren entfällt.

Europäische Krankenversicherungskarte behält ihre Gültigkeit

Was bleibt? Die Erlaubnis, mit einem nationalen Führerschein in Großbritannien Auto zu fahren. Auch die Fahrgastrechte für den Bahn-, Bus- und Fährverkehr bleiben erhalten. Reisende haben weiterhin die Möglichkeit, bei Verspätung oder Annullierung Geld von den Unternehmen zu verlangen. Bei einer Bahnverspätung ab 120 Minuten stehen Reisenden 50 Prozent des Fahrpreises zu.

Außerdem behalten die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) sowie die Provisorische Ersatzbescheinigung (PEB) bei vorübergehenden Aufenthalten, wie Urlauben, auch nach dem 1. Januar 2021 ihre Gültigkeit.
Ines Danzeisen arbeitet beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Kehl. Das EVZ berät kostenlos bei Streitigkeiten mit einem Händler im EU-Ausland, in Island oder Norwegen.
E-Mail: danzeisen@cec-zev.eu

Internet: http://www.evz.de