Wenig Treibgas dank Lockdown

dpa

Von dpa

Sa, 20. Februar 2021

Bildung & Wissen

Ozon in der Troposphäre.

Zumindest für die Erdatmosphäre haben coronabedingte Lockdowns positive Folgen: Das Ozon in der freien Troposphäre bis etwa zehn Kilometer Höhe ist auf der Nordhalbkugel im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres um durchschnittlich sieben Prozent zurückgegangen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die unter Federführung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) veröffentlicht wurde. Insgesamt wurden dazu die Daten von 45 Messstationen weltweit ausgewertet.

Ozon ist ein wichtiges Spurengas in der Erdatmosphäre. Rund 90 Prozent des Ozons befindet sich in der stratosphärischen Ozonschicht zwischen 10 und 50 Kilometer Höhe. Diese Ozonschicht schützt als natürliche "Sonnenbrille" das Leben auf der Erdoberfläche, indem sie harte und gefährliche UV-Strahlung von der Sonne fast völlig blockiert. Rund zehn Prozent des Ozons befinden sich allerdings in der Troposphäre, also in einer Höhe bis zehn Kilometer. Hier wirkt Ozon als Treibhausgas.

In der freien Troposphäre führt weniger Stickoxid auch zu weniger Ozon. Der Rückgang von Flugverkehr und Mobilität auf der Straße hat dafür gesorgt, dass die weltweiten Stickoxid-Emissionen durch Landverkehr um rund 14 Prozent, beim Flugverkehr sogar um 40 Prozent zurückgingen, hieß es.

Der Ozon-Rückgang in der freien Troposphäre sei bemerkenswert groß und großräumig, sagte Wolfgang Steinbrecht vom Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg des DWD. Der ungeplante weltweite ,Corona-Großversuch’ zeige deutlich, was mit international abgestimmten Maßnahmen für die weltweite Luftqualität erreicht werden könnte, so Steinbrecht.