Notfallbetreuung

Wenige Kinder werden in Schulen und Kitas im Markgräflerland betreut

Ralf Strittmatter, Susanne Ehmann & Sophia Hesser

Von Ralf Strittmatter, Susanne Ehmann & Sophia Hesser

Di, 17. März 2020 um 18:13 Uhr

Müllheim

Nur wenige Familien profitieren derzeit von der Notfallbetreuung ihrer Kinder in den Gemeinden des Markgräflerlands. Die BZ hat sich umgehört.

Weil die Schulen und Kindergärten im Land bis zum Ende der Osterferien geschlossen sind – zum Schutz vor dem Coronavirus – wird eine Notfallbetreuung angeboten für Eltern, deren Arbeit zur kritischen Infrastruktur gehört. Wie viele Kinder werden in den Gemeinden im Markgräflerland nun weiterhin betreut?

Müllheim
"Die Zahl der betreuten Kinder ändert sich ständig", sagt der stellvertretende Dezernatsleiter für Bildung, Marco Fröhlin. Aktuell würden 25 Kinder betreut, zwölf davon Schüler, sonst Kindergarten- und Krippenkinder. Die Schulen übernehmen die Betreuung je nach Bedarf in den eigenen Räumen. Betreuung für Ü3-Kinder gibt es in Müllheim im Kindergarten Kirchgasse, in Vögisheim und in Britzingen. Eine Notfallgruppe für U3-Kinder gibt es in der Kita Sonnenmühle in Müllheim. In jeder Einrichtung gibt es mindestens zwei Betreuer. Normalerweise besuchen rund 1800 Schüler die städtischen Schulen, mit den Teilorten sind es 5000. In Kitas werden normalerweise 650 Kindergarten- und 150 Krippenkinder betreut.

Neuenburg am Rhein
In Neuenburg am Rhein wurde am Montag der Bedarf an Notfallbetreuungsplätzen teilweise über eine App bei den Eltern abgefragt. Vorläufiges Ergebnis: Etwa 25 Kindergarten- und Grundschulkinder müssen untergebracht werden. Die Notfallgruppen werden in den jeweiligen Einrichtungen betreut.
Notfallbetreuung

Eine Notfallbetreuung an den Schulen und Kindertageseinrichtungen wird laut Kultusministerium Baden-Württemberg für Schüler an Grundschulen und der Klassenstufen 5 und 6 an weiterführenden Schulen und den Förderschulen sowie für Kindergartenkinder eingerichtet, deren Erziehungsberechtigte im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeiten. Grundvoraussetzung ist dabei, dass beide Erziehungsberechtigte oder auch der oder die Alleinerziehende in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig sind. Dazu zählen also Eltern, die in der Gesundheitsversorgung, aber auch bei Herstellern von notwendigen Medizinprodukten und Lebensmitteln, bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei arbeiten oder deren Arbeit kritische Infrastruktur wie Strom, Wasser, ÖPNV und Telekommunikation sicherstellt. Auch Beschäftigte von Presse und Rundfunk gehören dazu.

Heitersheim
Vier von 220 Schülern der Johanniter-Grundschule werden in nächster Zeit von zwei Lehrern in einem Klassenzimmer betreut, erklärt Bürgermeister Christoph Zachow – drei davon dann auch in der in der Nachmittagsbetreuung ab 12 Uhr. Von 280 Kindern in den Kitas und Kindergärten werden sechs Kinder betreut.

Schliengen
Schliengen bietet wochenweise Notfallbetreuung für Schüler (bis 6. Klasse) in der Mensa der Hebelschule und für Kindergartenkindern im Naturkindergarten an. Anmeldungen sind laut Hauptamtsleiterin Lioba Baumgartner bis Dienstag von fünf Schülern und drei Kindergartenkindern eingegangen, diese müssten noch geprüft werden. Insgesamt gibt es in der Gemeinde 237 Kindergartenkinder sowie 217 Schüler im Primar- und 250 Schüler im Sekundarbereich.

Badenweiler
Im Kindergarten Badenweiler werden derzeit sieben Kindergartenkinder in einer Notfallgruppe betreut. "Die Zahl wird in den kommenden Tagen womöglich noch steigen", sagt Hauptamtsleiter Florian Renkert auf Nachfrage. Dafür stehen mindestens zwei vollwertige Betreuungskräfte zur Verfügung. Insgesamt gibt es in der Gemeinde 120 Kindergartenplätze. Die René-Schickele-Schule besuchen normalerweise 126 Kinder, derzeit werden dort drei bis vier ganztägig von 7.10 bis 16 Uhr in einer Notfallgruppe betreut. "Die Zahl variiert von Tag zu Tag", sagt Schulleiter Christof Glaisner. Die Benachrichtigung mit Infos zur Anmeldung sei laut Hauptamtsleiter Renkert über die Schul- und Kita-Leitungen erfolgt. Tagesaktuell informiere die Gemeinde auf ihrer Internetseite.

Bad Bellingen
Die Notfallbetreuung ist für bisher ein bis neun Kinder in der Grundschule Rheinweiler eingerichtet. "Die Zahl ist dynamisch", sagt Marius Grether, Rektor der Sonnenrainschule. Im Ort gebe es insgesamt 153 Schüler. Ab kommender Woche soll noch ein Kindergartenkind betreut werden. Zwei Lehrkräfte seien vor Ort. Auch in der Kita Farbeninsel in Bad Bellingen betreuen ab kommender Woche zwei Kräfte ebenfalls zwei Krippenkinder. In der Gesamtgemeinde gibt es rund 190 Kindergartenkinder und 30 Krippenkinder.

Auggen
In der Gemeinde gibt es rund 100 betroffene Kinder, die alle bezüglich Bedarf abgefragt wurden, wie Hauptamtsleiter Dirk Ehret auf Nachfrage mitteilt. "Bis Montag 14 Uhr haben sich alle Familien zurückgemeldet." Demnach werden im evangelischen Kindergarten Vogelnest elf Kinder in einer Notgruppe betreut, in der Schule sei nur ein Kind betroffen. Derzeit kläre die Gemeinde noch ab, ob dieses in der Gruppe einer Nachbarkommune unterkommt.

Buggingen
Ein Kind kommt in den nächsten Wochen zur Notfallbetreuung in die Grundschule in Buggingen. Normalerweise besuchen 170 Schüler die Schule, so teilt die Verwaltung mit. In den Kindergärten werden acht Kinder betreut – normaler besuchen die Einrichtungen 221 Kinder. Mindestens zwei Personen sollen die Kinder, die sowohl die U3- also auch die Ü3-Betreuung besuchen, betreuen.

Sulzburg
Zwei Schüler der Ernst-Leitz-Grundschule in Sulzburg werden von 8 bis 12.30 Uhr betreut, teilt Bürgermeister Dirk Blens mit. In der Kita in Laufen gibt es eine Notfallbetreuung für ein Kind, das bis 14 Uhr betreut wird. Normalerweise besuchen 50 Kinder die Kita.

Ballrechten-Dottingen
Die Grundschule in Ballrechten-Dottingen besuchen normalerweise laut Verwaltung 92 Schüler. Diese bleiben nun alle zuhause, eine Notfallbetreuung greift bei keinem der Schüler. Im Kindergarten hingegen werden Montag und Dienstag fünf Kinder und an den restlichen Tagen dann drei Kinder betreut.

Eschbach
107 Schüler besuchen laut Bürgermeister Mario Schlafke die Grundschule in Eschbach, 102 Kinder die Kindergärten der Gemeinde. Stand Dienstag gibt es an keiner der Einrichtungen einen Bedarf an der Notfallbetreuung.